was Leben ist
Nov 04
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Als Louis Aragon (1897 -1982), der als Lyriker und Surrealist gestartet war, seinen Romanzyklus über die „wirkliche Welt“ vollendet hatte, war er fertig mit dem realen Leben. Die „Karwoche“ war gleichsam eine Bußübung.
Danach beschränkte er sich auf richtig große Literatur. Meisterhaft.
Wiewohl die „Spiegelbilder“ mein persönlicher Favorit sind, gibt es gegen das Lebensresümee nichts zu sagen – das Leben sei nur „Theater/Roman“.
Das ist um so verblüffender, als er schon in seinen ersten Romanen ab 1920 („Anicet oder das Panorama“ oder „Die Abenteuer des Telemach“) die eigenen kommenden 60 Jahre vorausgeahnt zu haben scheint. Da half auch der Gegenversuch „Blanche oder das Vergessen“ nicht gegen an.
Alle seine Bücher sind bleibend lesbar und jeder, der versucht die schlichte Biographie dieses Autors niederzuschreiben und Anekdoten recherchiert, wird die größte Kraft dafür brauchen, sich gegen den Vorwurf zu wehren, er hätte wohl nur einen Roman geschrieben.
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