Mrz 31
FranzAllgemein, Demokratie und Recht, Fundstücke, Geld, Gesellschaft
Oder eben doch. Weil es keiner kennt.
Die Zeitschrift „Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken“ ist sicher nur den zuzuordnenden Fachleuten ein Begriff und selber habe ich auch nur hie und da etwas geblättert.
Wie jedes Heft kostet auch April 2011, Nr. 743 insgesamt 12,00 Euro und ist damit für die Allermeisten eben nicht die billigste Alternative, nur mal so etwas vor sich hin zu lesen.
Aber allein der erste Artikel in diesem Heft ist sicher ein Vielfaches wert. Gut geschrieben und über weite Strecken auch für „jedermann“ lesbar. Das macht aber nicht den Wert des Artikels, sondern der Wert liegt darin, dass unübersehbar ganz lange über ihn gesprochen und gestritten werden kann – und dies zusätzlich zum originären Erkenntnisgewinn. Da steht mehr drin, als drinsteht.
Lohnt aber nicht, dies zu erörtern, wenn niemand den Artikel kennt. Hier soll nur gesagt werden, dass der Erwerb des Heftes sogar dann lohnt, wenn das nur unter Verzicht und Opfern möglich wäre.
Wie gesagt, es steht mehr drin, als die akademische Titelformulierung vermuten läßt, die sicher Nichtakademiker eher abschreckt und Akademiker zu einem „das Übliche!“ verleitet und gähnen läßt.
(Den Akademikern sei das unbenommen, da an theoretischem Fachsimpeln wirklich kein Mangel herrscht.)
Allen anderen sei angeraten, ausnahmsweise mal verschwenderisch zu sein und sich das Ding trotzdem zu besorgen, meinetwegen illegal.
Der betreffende Artikel ist von Hermann Lübbe und nennt sich „Die Werte, die Kultur und das Geld“
PS
Wenn ich sage, man könne drüber streiten, heißt das gewisslich, entgegen dem logischen Anschein von Lektürebegeisterung, man kann anderer Meinung sein, zumindest in Detailpunkten – und es öffnet sich ein ganzer Kosmos an Verstehen, Denken und Erkenntnissen. Es ist gar nicht wichtig, einhelliger Meinung zu sein. Womöglich sogar hinderlich, den ganzen Reichtum zu entdecken.
Mrz 29
FranzAllgemein
Ich möchte auf eine neue Zeitschrift aus dem Bodak Verlag aufmerksam machen.
Die REE ist die erste juristische Fachzeitschrift, die sich ausschließlich dem Recht der Erneuerbaren Energien widmet.
REE Recht der Erneuerbaren Energien wird künftig vierteljährlich über alle wesentlichen Rechtsentwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien informieren.
Auszüge aus dem Editorial Heft 1/2011 vom RA Dr.Andreas Klemm:
“Die REE nimmt für sich in Anspruch, alle wesentlichen Rechtsentwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energien darzustellen. Alle praxisrelevanten Informationen sollen gesammelt und für den Leser strukturiert aufbereitet werden. Das betrifft nicht nur Gerichtsentscheidungen, sondern auch neue Rechtsvorschriften, Behördenerlasse oder Fachbeiträge in anderen Zeitschriften….”
“Die REE beschränkt sich hierbei nicht auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz und seine Verordnungen. Auch andere Rechtsinstrumente wie beispielsweise das erneuerbare-Energien-Wärmegesetz stehen im Blickfeld….”
Erscheinungsweise: 4 Ausgaben pro Jahr (im Februar,Mai,August und November)
Abopreis: 68.-€ pro Jahr (inkl. 7% MwSt und zzgl. 7.50 € Versand)
Einzelheft: 18.- €
Die im Februar erschienene Erstausgabe kann auf Anfrage gern als Probeheft zur Verfügung gestellt werden.
Quelle: Text Bodak Verlag, Dr. Andreas Klemm
Mrz 23
FranzDemokratie und Recht, Gesellschaft
Vom Ersteren habe ich nicht die mindeste Ahnung, vermute jedoch, dies sei ein Schutz der Gefühle vor Übergriffen des Verstandes. Bei Zweiterem bin ich mir ziemlich gewiss, dies ist die unterjochung des Verstandes durch das Kalkül der Wirtschaft.
Die Umdeutung von Rechtsgepflogenheiten sind immer nur eine geänderte Übereinkunft, aber richtig blöd ist, wenn man die auch schriftlich kodifiziert. Dann muss eben richtig viel geändert werden, was einen Haufen Ärger und Arbeit macht.
In dem Sinne hat die Staatengemeinschaft namens UNO ab jetzt richtig viel zu tun. Zumal dann gleich der Sonderfall eines exemplarischen Beispiels eingearbeit werden muss.
Andererseits lohnt die Arbeit wohl kaum, denn niemand, wirklich niemand, kann zukünftig irgendwelche UNO-Aktionen ernst nehmen ohne gleichzeitig den Zweifel zu unterdrücken, ob dem bekannten Einzelfall ein weiterer folgen könnte. Vielleicht sollte eine unbeschädigte Parallelorganisation gegründet werden und die UNO besser gleich abgewickelt?
Die UNO hat es sanktioniert, entgegen dem eigenen Rechtsfundament, dass mit militärischen Mitteln
von außen in die inneren Angelegenheiten eines Staates eingegriffen werden kann und muß, wenn das eigene Gefühl der Außenstehenden das irgendwie sinnvoll und zukunftsweisend empfindet.
Da entsteht eine bewaffnete Rebellion in einem Staat (einem von der Uno anerkannten Staat!!!), und dieser setzt der Staat naturgemäß zum Selbstschutz bewaffneten Widerstand entgegen.
Der Präzedenzfall ist nun: Die UNO nimmt sich das Recht, die Legitimität solchen Staates aufzuheben und neu zu überdenken, welche Seite der internen Gegenüber wohl wünschenswerter ist und mit Gewalt von Aussen dieses durchzusetzen. Dem so durchgesetzten Sieger kann ja dann bis zum Widerruf wieder Legitimität verliehen werden… (bei gutem Gehorsam?)
Ich rede von Libyen, da wo das Volk merkwürdigerweise wenig Anteil daran nimmt, dass bewaffnete Parteien einander bekämpfen. Opfer ist es sowieso – als Kollateralschaden, wie ja jene UNO-indizierten NATO-Vernichtungsschläge gezeigt haben. Also weder für noch gegen ist das Volk oder eben nur unentschieden oder flüchtet das Staatsvolk gerade, weil es sich nicht beteiligen will?
Jetzt ist jedenfalls klar, was immer da kommt in diesem Land, die bisherige Staatsgallionsfigur muss mindestens vernichtet werden, wirklich vernichtet, sonst gibt es für die außenstehenden Kriegsteilnehmer unübersehbaren Schaden – auch in den eigenen Ländern.
Die heimischen Medien würden doch die Tage zählen, innerhalb derer eine 360 Grad Drehung vollführt wurde. Und für die UNO gilt genau dasselbe. Alles darf kommen, sogar die allerschlimmsten Verächter dürften das sein, nur eine einzige Sache darf nicht passieren, keinesfalls: die jetzigen Personen der Staatsmacht dürfen nicht die Oberhand behalten. Mag auch die Staatsmacht sogar bleiben, wie sie ist, es müssen andere Personen her!!! Das ist das unabdingbare Mindestziel.
Früher hätte man das Aufruf zum Mord genannt… naja die UNO ist eben auch nicht mehr, was sie mal gewesen sein könnte…
Weiter ist natürlich spannend, warum und wie darüber in Deutschland debattiert wird. Der amtierenden Regierung wird von Freund und Feind mangelnde Gefolgschaftstreue für den Kriegsherrenclub vorgeworfen… weil das sicher und vielleicht doch mal wirtschaftliche Nachteile haben könnte.
Wie in einem billigen Krimi oder im Erschießungskommando muss jeder abdrücken, damit keiner sich weniger schuldig vorkommen darf
Ach ja, und wenn sich jemand die neuen ungeahnten Möglichkeiten der neuen UNO-Ordnung mal durch den Kopf gehen lassen will, empfehle ich den zwar alten aber eben hochaktuellen Film:
„Queimada“ mit Marlon Brando in der Hauptrolle, als er noch jung und beweglich war…
Mrz 18
FranzGeld, Gesellschaft
Eben! Das ist bloß ein blöder Spruch. Ein Blickschutz, hinter dem sich die wahren Triebkräfte verstecken.
Die von den Ereignissen in Japan betroffenen Menschen haben mein allertiefstes Mitgefühl. Und da kann ich auch nicht auf die Hoffnung verzichten, dass möglichst viele Menschen mit möglichst minimierbaren Verlusten aus den Vorgängen herauskommen. Das gilt für jeden einzelnen.
Darüberhinausgehend fällt der Hoffnungspegel ziemlich gering aus und ist durch hoffnungslose Verzweiflung ersetzt worden. Nicht durch eine Katastrophe oder ein besonderes Ereignis, sondern durch das aufmerksame Durchleben der mir zugebilligten Lebensspanne und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmitteln. Vielleicht sollte ich für beides mal eine Pause einlegen.
Das heutige Manager Magazin 4/2011 hat heute einen genialen Coup gelandet. In absehbarer Zeit wird das Magazin auf einen heutigen Artikel verweisen und stolz auf Weitsicht pochen. Schon damals (also heute) haben sie gewarnt. Die Saat ist im Boden, geerntet wird später. Noch abgelenkt von anderen Entsetzlichkeiten, wird wohl kaum jemand heute sich wirklich damit beschäftigen wollen.
Später wird man sowieso müssen…
Noch im Schwindel (Taumel) um die Risiken der atomaren Verstrahlung, die allein durch die mathematische Messung von Dichte zur Zeit erklärbar wird ,
(atomarer Müll soll undurchdringlich weggeschlossen in einer Million Jahren völlig ungefährlich sein… – aha, wo ist denn dann die eingesperrte Strahlung hin?)
verschwindet der Schwindel (Lüge) um eine andere Gefährdung ins Unbegreifbare und wird auch nur noch durch reine mathematische Modelle erklärbar: der Wert des Geldes.
Geld selber gewinnt gerade durch zunehmende Unsichtbarkeit ungeheuer an Dichte je Zeiteinheit. Es wird nicht nur immer mehr, sondern weil man es immer weniger fassbar mit sich herumtragen kann oder in einen Tresor legen, vermehrt sich der Druck zum Beweis tatsächlicher wirksamer Existenz. Es muß in Bewegung bleiben!
Man stelle sich vor, alle diese digitalen Werte und Ziffern würde man in einen Rechner sperren und dem dann den Stecker ziehen. Sie wären futsch. Gold konnte eingeschmolzen werden und war immer noch da, Papiergeld konnte man verbrennen, doch war dieser Tauschwert noch einigermaßen durch reale Sachwerte gedeckt. Digitales Geld aber ist zumeist die spekulative Erwartung auf einen Zukunftsertrag. Und wenn da die Hoffnung schwindet, muss schnell eine neue hoffnung her – sonst wäre der Geldwert futsch, nur noch einfache und wertlose Zahlen und Ziffern!
Und wieder einmal sammeln sich riesige Halden an Zahlenmaterial, im Soll und im Haben, die schnellstens mit irgendwelchen Hoffnungen beheftet werden müssen, damit dieses Pseudogeld einen Wert ausweisen kann.
Wenn früher ein Schiff kenterte oder eine Scheune abbrannte… schade und weg, aber mit Zahlen kann man vielleicht noch was machen. Z.B. kann man Schulden verkaufen. Sogar mit Gewinn.
Der Artikel im manager magazin heißt übrigens „Kasino Fatal – Finanzmärkte.Die Spielhalle ist wieder eröffnet.“
Vielleicht fehlte deshalb das Geld dafür, simple Teichpumpen ins Meer zu schmeißen, mit einem Dieselaggregat Strom zu erzeugen und per Gartenschlauch ein paar havarierte Kernreaktoren zu kühlen. Geld und Diesel wurden für Hubschrauber gebraucht, die von außen gegen das Reaktorhaus pinkeln durften.
Wenn ich mir hin und wieder den Luxus von Hoffnung erlaube, dann den, dass es irgendwo in der Welt eine breit vernetzte Gemeinschaft von klugen Leuten gibt, die von einer beliebig und willkürlich vermehrbaren Geldmenge unabhängig machen und vielleicht eine absolut endliche Größe als Verrechnungseinheit finden, wo man dann erkennen kann, dass das Mehr an Wohlstand ganz logisch zu einem höheren Teiler führt, weswegen der Preis als Zähler kleiner wird, wogegen eben auch ein Weniger an Wohlstand zu höherem Preis führt.
Das gesunkene Schiff und die verbrannte Scheune hätten dann keinen Wert mehr, mit dem sich prächtig spekulieren könnte.
Wohltuenderweise werden solche Hoffnungsanfälle immer seltener. Gleichgültigkeit macht stark.
Das kommt also danach?
Mrz 17
FranzGesellschaft
Als ich im Artikel vom 18.10.2010 unter dieser Überschrift darüber grübelte, ging es um die Erfahrung, die ganz und gar professionell nun ganze Wirtschaftskreise drückt. Es geht um die Erfolgsformel. Und speziell jener für Social Media.
ich kann da nur grienen…
Ich sag mal so: „media“ sagt nix, weil es selbstverständlich ist, dass, wer denn was zu sagen hat, sich eines Kanals schon bedienen muß, ohne geht nicht. Und „social“ war schon immer und allen Zeiten ein apokrypher Euphemismus, ganz und gar kryptisch.
Aber das ist dem neuerlichen Jammern eigentlich völlig schnurz, denn darum geht es nicht. Es geht um Wirkungsgarantien und nicht um die Wirkungen selber. Glaube ist aufgeglaubt und Ernüchterung verlangt nach Beweisen. Wenn möglich vorab, denn es soll sich lohnen.
Wem das zu unklar klingt, soll auf den Artikel in „Werben & Verkaufen“ 11/2011 ab Seite 52 verwiesen. Da heißt es mit Bezug auf die werbetreibenden Auftraggeber:
„Welche Rolle spielen Fans und Follower im Mediaplan? Was tragen sie zum Return on Investment bei?“
Die Antwort ist ungewiss, wie ebenda an einem Beispiel vorgeführt wurde. In Rekordgeschwindigkeit sollen bei einer Facebookkampagne fast 580.000 Fans eingesammelt worden sein, doch zur realen Tat versammelten sich mur 2.500 Leute. Was sagt das eigentlich? (Ich halt mich mal zurück…)
Die Artikelschreiber stellen jedenfalls fest, „Viele Fragen und bislang wenige Antworten. Fest steht nur: Ohne Social Media läuft nichts mehr…“ Was da denn nun mit läuft, bleibt unklar. Vielleicht ist SM nur ein heute zusätzlich benötigter Katalysator, damit die alten Methoden doch noch eine Wirkung, eine Restwirkung zeigen? Vermutet wird auch, im Dialog mit der Kundschaft läge gerade das Potential für Wirkung.
Vorbehaltlich einer Prüfung der zu erreichenden Ziele, würde ich dem zustimmen. Auf die Ziele kommt es an. Und auf Ehrlichkeit – auch da ist sicher Übereinstimmung.
Und wieder zitiere ich:
„So langsam schwant den Unternehmen, dass, wer sich ins Netz 2.0 begibt, auch eine Strategie braucht.“
Stimmt sicherlich. In Verbindung mit der beschworenen Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit kann das nur heißen: Du sollst unsere Produkte kaufen und empfehlen und damit du das machst und wenn es denn im Kostenrahmen bleibt, machen wir für dich, was immer du dir wünscht… Und das rauszukriegen bleibt taktischen Maßnahmen überlassen, aber der Deal ist unlösbar verankert in der Kundengegenleistung: Kauf die Produkte!
Wozu denn das? – wundert sich der SM-Fan, die find ich virtuell ganz toll, aber praktisch brauch ich die nicht. Na gut, vielleicht nehm ich die als Schnäppchen, wenn mich der Rummel drumrum gefällt. Vielleicht – keinesfalls jedoch zum vollen Preis! Schließlich ist das hier „social“, was eigentlich „umsonst“ heißt. Interessiert mich eigentlich alles nicht. Ich will nur Spaß.
Was mir am Artikel gefällt, ist die Unerbittlichkeit, mit der das Ziel eben trotzdem erreicht werden soll. Nach immer genauerer Analyse und einigen Lerneinheiten wird den Agenturen schon eine Verführung , sprich „Motivationsmethode“ einfallen, alle Produkte an den Kunden zu bringen und damit selber Kunden als Auftraggeber zu gewinnen. Ware, Meinung und Käufer sind schließlich egal, das Produkt der Agentur ist die Kampagne, wofür auch immer.
SM ist der Erfolg, jetzt geht es um die magische Formel – zauberhaft.
Mrz 17
FranzGesellschaft
Ich habe nichts zu sagen, tue es trotzdem. Die etwas zu sagen haben, tun es nicht.
50 japanische Spartaner sind ausgezogen, den atomaren Dammbruch einzufrieren. Deren Schicksal ist gewiss, das Ergebnis ihres Kampfes offen. Siegen sie, ist ihnen namentliche Unsterblichkeit sicher, so nicht, bleiben sie allemal Helden.
Gelingt es, durch erneuerte stabile Stromzuführung, die Kühlung des Verderbens für mindestens 10 Jahre zu sichern, kann man Hoffnung schöpfen, gelingt es nicht, zählt jede hinausschiebende Stunde.
Wenn man die nutzte!
Das ist eine Sache der Optionen.
Rein theoretisch kann jeder Mann im Jahr einige hundert Nachkommen haben. Auch bei grenzenlosen Optimismus, eine Frau wohl weniger als 10. Kinder sind sowieso die Zukunft.
deshalb hieß es auf der Titanic mal: Frauen und Kinder zuerst.
Natürlich können nicht schlagartig zig Millionen Menschen evakuiert werden. Aber rein vorsorglich ginge dieses Zug um Zug – jedenfalls solange Züge noch fahren.
Bei gleicher Gefährdung haben Kinder wegen wachstumsbedingter schnellerer Zellteilung ein erheblich höheres Verstrahlungsrisiko als alle anderen. Warum evakuiert man nicht die Kinder?
Wenn später vielleicht geschädigte Eltern ihre Kinder wieder an die Brust drücken, hätten sie das gute Gefühl, dass ihre Kinder genetisch ungeschädigt das ganze Leben noch vor sich haben und sie selber auf gesunde Enkel hoffen können. Wäre das nichts?
Wenn jetzt die Nutzung der Evakuierungsmöglichkeiten allein vom persönlichen Geldbeutel abhängt, wäre es da nicht eine sinnvolle gesellschaftliche Aufgabe, Kapazitäten bereitzustellen, die besorgte
Eltern nutzen könnten? (nicht müssen)
Noch sind die Japaner im Va-banque-Spiel, die Katastrophe bleibt aus oder gilt für alle absolut. Die Zeit für eventuelle Schadensminimierung verstreicht ungenutzt. Das würde keine Versicherungsgesellschaft anerkennen – aber die Gesellschaft tut es dennoch.
Ob schon irgendwo auf schwarz oder weiß gewettet werden kann? Könnte man dran verdienen.
Mrz 16
FranzGesellschaft, Produktinformationen
Aus „Absatzwirtschaft . Marken 2011“ März/2011, S. 38, Alexander Rauch:
„Für diejenigen, die geglaubt hatten, Marke ist gleich Werbung, bricht mit den neuen digitalen Kommunikationskanälen eine Welt zusammen.“
Das ist schon klar, der tiefe Bückling vor dem Kunden. Dem kann man jetzt nicht mehr irgendwas vorsetzen, zudröhnen und zudem noch zur Dankbarkeit auffordern, sich vom Glanz der Marke aufwerten zu lassen, obwohl doch eigentlich nur ein Schnoddel. Nein, plötzlich ist der Kunde zwar überall, nur nicht am Altar der Ladenkasse, und zudem noch mutwillig auf Bauchpinselung bedacht, aber man muss dem hinterherrennen, mit Schnäppchen ködern und auf Gnade hoffen. Zur Ware gehört das Showprogramm.
Natürlich ist das Produkt selber nicht unwichtig und darf auch nicht vernachlässigt werden, aber vielleicht eben doch auch nicht besser als der Rest vom Ramsch und deshalb bedarf es der „Markencommunity“. Mag diese möglicherweise aus Halbaffen und Spinnern bestehen, wenn die hier sind, sind die nicht beim Wettbewerber und Geld haben die auch. Der Umsatz muss stimmen. Und zwar nachhaltig. Auch morgen noch. Deshalb machen wir das.
Egal ob der Kunde Allwetterkleidung, Zahnseide oder PC-Programme haben will, ob der Routenplaner zum Schnellimbiss gefragt wird oder Omis Geburtstagsständchen, zuerst muss dem potentiellen Kunden das geboten werden, was der am meisten braucht, ob er es nun weiß oder nicht: Selbstwertgefühl und Zugehörigkeit.
Das Schöne daran: wenn auch Megaerlebniswelten bereitgestellt werden und elitäres Zugehörigkeitsgefühl gehätschelt wird, real kommt der Mob aus seinen Ghettos nicht raus und an der Bar der Business Lounge bleibt man ungestört.
Was macht eine Marke nun eigentlich aus?
Man kann darüber anderer Meinung sein, aber o.g. „Absatzwirtschaft“ zeigt es ab S. 99 am Beispiel ganz transparent:
-„ Ob Frau Palin qualifiziert ist,… sei dahingestellt“
-„Die Politikerin Palin hat alles, was eine gute Marke braucht.“
-„Erstens, ist sie hübsch. Zweitens, sie hat eine gute Figur. Damit hat sie schon fast eine Alleinstellung“
-„es kommt zunehmend auf das richtige Handwerkszeug an und weniger auf normative Inhalte“
-„nutzt Palin dabei Social Media wie Facebook und Twitter, um ihre Anhänger durch einen konstanten Nachrichtenfluss zu binden und zu mobilisieren“
-„wie jede gute Marke spricht sie die Gefühle ihrer Anhänger an“
Das scheint alles wirklich harte Arbeit mit einer gewissen Dosis an Selbstverleugnung zu sein und da kann man den Markenmachern nur Respekt zollen. Allerdings scheinen Ware und Kunde eher zweitrangig und simpel. Kunst und Können stecken in der Verführung – wen und zu was ist da gleichgültig.
Es muss doch Gründe haben, dass sich Markenbewusstsein so wandeln konnte!
Mrz 16
FranzAllgemein
Ist man immer. Ausnahmslos. Das gilt gleichermaßen für den Busfahrer in Tokyo, wie den Buchhändler in Libyen oder den Marketingleiter auf Helgoland. Alle anderen wissen es immer besser, würden alles ganz anders tun und jedenfalls forsch und selbstbestimmt handeln. Logisch, denn die stecken ja nicht drin.
So ist es denn ratsam, sollte man auch schier vor Energie und Aktionismus platzen, immer erst mal die Optionen prüfen. Das kann in Sekunden erfolgen. Machen kann jeder, doch wer hat die Kraft der Entscheidung? Kraft ist nicht Macht. Kraft meint hier die Fähigkeit zur Wahl. Und Wahl ist erst gegeben, wenn von mindestens zwei Möglichkeiten auch in den Konsequenzen bedacht alle bis auf eine ausgeschlossen werden.
Erst durch die bewusste Wahl wird man vom Opfer der Umstände zum Gefangenen der Umstände. Danach kann von Gestalten und Siegen gesprochen werden.
Für mich ist es von geradezu unwirklicher Spannung, dass ausgerechnet jene, die nicht Sieger sein wollen und sich auch nicht als Opfer fühlen, einfach weil es sie nicht berührt und auch nichts angeht, deshalb doch in der Sache selbst ausnahmslos am lautesten jammern, meist sogar schweigend.
Dafür suche ich noch immer einen Begriff.
Mrz 15
FranzGesellschaft
Das Prinzip ist klar. Aus 2 mach 3. Zwei machen ein Geschäft zusammen und für den Zweifelfall wird ein Vertreter gestellt, an dem man sich gütlich halten kann. Alles wird gut.
Zumeist lassen sich heute nicht mal die allerwichtigsten Dinge tun, weil das Geld dafür fehlt. Findet sich jemand, der zwar das Geld auch nicht hat, an die Sache aber glaubt und somit zur Haftung bereit ist, gibt es fast immer gutwillige Investoren. Oder es haftet der Oberlehnsherr, der die Gesamtverwertungsrechte hat und seine Quote selbst bestimmt. Ist die Quote größer als das Ganze, beginnt der Substanzverzehr.
Also wenn der Bürge sagt, also ich hafte, aber ich hafte nur, wenn ich hinterher Alles, Alles + Draufgabe, bekomme, werden die eigentlichen Täter wohl kaum noch zur Tat motiviert. Es soll sich schließlich lohnen…
Focus Money 12/2011 vom 16.03.2011 stellt eine interessante Frage:
„Wer erwirbt eigentlich noch die amerikanischen Staatsanleihen?“
Im Klartext: Wer gibt dem Staat für dessen Garantie und Haftung noch Geld?
Laut Focus Money hat die Bank Unicredit für das vergangene Quartal ausgerechnet, dass die US Zentralbank FED 63 % der neu ausgegebenen US-Staatsanleihen gekauft hat.
Das ist doch so, als wenn der Bauer seine Frau auf den Markt schickt, selber hingeht und ihr den Großteil der Ware selber abkauft. Wahrscheinlich tut er das aus Mitleid, damit seine Frau auch morgen was auf dem Markt zu verkaufen hat.
Oder sollte nur der Preis für Blüten gestützt werden? Der Theatermann Schiller wäre erstaunt gewesen, dass die abbildende Inszenierung echter als die wirkliche Realität sein wird.
Mrz 15
FranzAllgemein
Mehr geht eben nicht. Der Rest sind Mythen. Mag sein, einst in den Nebeln von Avalon war das anders, aber da war die Zeit ja auch noch eine relative Größe, die den Streit mit dem Schicksal ermöglichte. Schon Abraham wurde nur noch 175 Jahre alt. Das war lange nach dem Dreamteam Enkidu-Gilgamesch. Und so ging das weiter. Zweifellos war der Zimmermannssohn ein Sonderfall, aber wenig später lebte Mohammed schon in fast heutigen Dimensionen.
Das hat natürlich Auswirkungen auf Gegenwartsansprüche und Zukunftsplanung. Nicht jetzt, sondern später, nur etwas Geduld, das lässt sich kaum noch glaubhaft an erwartungsfrohe Leute verkaufen, die mit wenigen Dutzend Lebensjahren haushalten müssen. Da bringt auch die Sorge um die Kinder nichts. Für deren Glück und Erfüllung reicht es, wenn jetzt hinreichender Wohlstand vorliegt und die ahnbare Katastrophe erst einige Jahre nach dem Tod auftreten kann. An Urenkel und Kindeskinder glaubt sowieso niemand mehr.
Also kurz und gut, der ganze Abfall unserer atomaren Spielereien müsste nach der Primärverwendung für gut eine Million Jahre vom Kontakt mit der Biosphäre ausgesperrt werden. Also knapp für den Zeitraum der bisherigen Menschheitsgeschichte. Ist doch nicht weiter ein Problem, die Entwicklung und know how schreiten voran, was jetzt noch nicht perfekt scheint, wird schon werden… wenn früher die menschlichen Bauwerke alle naselang vom Feuer verzehrt wurden, brechen sie heute nur noch von der Schneelast zusammen oder werden vom Wind fortgeblasen.
Aber es gibt ja positive Beispiele! Schauen wir uns die Pyramiden an. Die sehen zwar auch nicht mehr frisch erbaut aus, stehen aber immerhin schon ein paar tausend Jahre. Die minimale Differenz zur geforderten Million Jahre soll uns da nicht kümmern.
Und überhaupt, es muss sowieso eine mobile Lösung her. Sonst wäre das nicht zu machen. Vor 30.000 Jahren endete die letzte Eiszeit und 100.000 Jahre davor sah die Welt sowieso noch ganz anders aus. Neue Gebirge entstehen, Inseln verschwinden, Wüsten tauschen mit tropischen Enklaven die Plätze, die ganzen Kontinente haben sich noch nicht über einen endgültigen Lageplatz entschieden, da kann mit den Jährchen sich einiges ändern.
Es ist also viel zu früh, von einem wirklichen Endlager zu sprechen. Das wird von Generation zu Generation neu entschieden. Irgendwann muss es auch mal gut sein, schließlich will man ja auch was vom eigenen kurzen Leben haben. Carpe Diem.
Older Entries
Letzte Kommentare