Arme Luder gehen nicht verloren, die werden nur einfach nicht vermisst
Mai 05
Geld, Gesellschaft No Comments
Wenn Staaten eine Pleite droht, warum dann noch Kredite geben?
Weil es trotzdem ein gutes Geschäft ist…
1. Weil Staaten eben doch recht selten aufgelöst werden und auch bei Ausfall kann man noch verhandeln.
2. Weil man das kalkulieren kann. Solange Zinseinnahmen und eine Teiltilgung immer noch einen höheren Betrag ergeben als die Kreditsumme einer war, hat man Gewinn gemacht. Also eine Spekulation auf die Zeit.
3. Weil man ein gutes Herz zeigen kann, die Tilgung auf den St.- Nimmerleinstag verschieben und bis zu diesem Tag dann wenigstens die Zinsen kassiert. Das ist drin – und nennt sich Umschuldung. Da sind mehrere 100 % Gewinn drin.
4. Wohin sonst mit dem Geld?
Wenn man Geld hat und nicht zusehen will, wie das verlustvoll vor sich hinwelkt, muss man damit was machen und es gibt nicht viele Möglichkeiten:
1. Verschenken – schenkt man sich auch den Kommentar
2. Verkonsumieren – Prasser-Image und ständige Angst, ob es wohl reichen wird, wo man doch so lange leben will
3. Investieren – bekommt man überall den roten Teppich vor die Tür, auch bei Regen
Investieren will abgewogen sein. Wird man Unternehmer oder Geschäftsmann?
1. Glaubt man an eine Unternehmung oder hält die für wichtig, beteiligt man sich dran und sieht zu, dass die Sache vorankommt. Gewinnt man immer – nur ob es einen Ertrag gibt und der stetig ist und sich vielleicht gar in der Fratze des Verlustes zeigt, ist ungewiss. Das fordert mehr als Geld. Das braucht Engagement, Arbeitsfreude, Ideen und Hartnäckigkeit und Überzeugung.
2. Will man das alles nicht und von eigenem Zutun befreit sein, muss das Geld in Aladins Wunderlampe: eine Verzinsung muss her! Kredite, Pfandbriefe, Zertifikate, Sparanlagen und stille Beteiligungen. Wo immer das Geld eingesetzt wird, ist wurscht! Die können den Gürtel enger schnallen oder sich das Standbein amputieren, die Rendite ist verbrieft und die Forderung auch. Da geht es um keine Sache, das ist ein Geschäft.
3. Die unbekannte Unternehmung. Das ist eine Sache, von der man keine Ahnung hat, von der und die man nicht versteht. Von einem Guru wird die wie 1. angepriesen und wie 2. verkauft und garantiert auf lange Sicht das Weder-Noch. Da braucht es eine Barreserve, weil erst wachsen die Papierzahlen, auf die man dann reale Steuern zahlt und später kommt unvermutet eine traurige Nachricht. Solange man Steuern zahlen darf, trennt man sich nicht vom Goldesel und nach der Schlachtung hat man einen verkorksten Magen.
Also – und das gilt für beide Seiten am Geben und Nehmen – das Schönste ist doch, wenn man sich Verluste teilt. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Bei solidarischer Haftung sogar noch weniger. Jedenfalls auf das Ganze gesehen.
Ein Unterschied wird erst deutlich, sollte man die einzelnen Personen in der Gesamthaftung betrachten:
Der Reiche verliert von Vielem wenig.
Der Mittelreiche verliert von Einigem alles.
Der Arme verliert das, was er hatte.
Der ganz Arme verliert von Nichts auch nichts.
3. Merksatz: Immerhin die Hälfte kommt ganz glimpflich davon. Und das istjedenfalls die Mehrheit.
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