Geld stinkt nicht, macht aber schmutzig

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Zumindest scheint die dies die Grundeinstellung in unserem septischen Zeitalter. Weswegen zwar alle Geld haben wollen, es aber nicht wirklich besitzen. Verfügbarkeit muss reichen.

Früher haben die Leute Geld geradezu gesammelt und in eisenbewehrten Kisten gehortet. Die Nibelungen zwar mit Drachen aber ohne Kiste, später dann ohne Drachen aber in vielen Kisten.

Heute will man Geld schnellstmöglich irgendwie loswerden. Beäugt man so einen realen Berg an Geld in Münzen und Bündeln, stellt sich sofort ein mulmiges Gefühl ein. Reales Geld ist nicht nur dreckig, es ist auch noch verlustgefährdet. Weg damit.
Man kann das tatsächlich beobachten, ausnahmslos alle haben einen erleichterten Gesichtsausdruck, wenn sie eine größere Bargeldsumme erst mal losgeworden sind. Sie fühlen sich befreit und wahrhaftig erleichtert.
Zumeist wird es zur Bank gebracht und gegen Zahlen auf einem zettel oder im Computer eingetauscht.

Wenn ich es recht bedenke, eine merkwürdige Sicherheitsverwahrung. Schließlich bestehen Banken fast ausschließlich aus Schulden! Da sind die wackligen Kredite, die die Banken vergeben haben, und da sind die hauseigenen Schulden gegenüber den Anlegern und Sparern.
So ein Schuldenhochhaus gilt aber heute als sicherster Ort für Geld.

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