Ein wunderbarer Text, der jede Psychopflege unnötig macht…

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Und ganz und gar passend für das aktuelle Zeitgeschehen ist. Turbulenzen in Weltwirtschaft und Finanzakrobatik, Atomunfälle und –ausstiege, Chaoten in London, Revolutionen in Afrika und Nahost, Staatspleiten und Rettungsfonds, Klimakatastrophen, Demokratisierungen von Konzerninteressen in Teegesellschaften, allgemeine Pleiten, Pech und Pannen, geplante und vergessenen Hungersnöte in Afrika und Guatemala, Kriege rund um die Welt, die Flucht in die Individualität und die einsamkeit sozialer Netzwerke und der Ätna erleuchtet wieder einmal den Himmel…
Aus „Der Schatten des Malers“ von James Wilson
„Nein, denn unschuldig zu sein, bedeutet nicht nur, ohne Fehl und Tadel zu sein – wenn wir wirklich ehrlich sind, bedeutet es auch, kindisch verrückt und unwissend (Schrecken aller Schrecken!) zu sein und keine Ahnung zu haben, wie es in der Welt wirklich zugeht. Aber wie ich dort saß, einen Becher braunen Sherry in der Hand, und Mrs. Bennetts ungekünstelte Freude über den Sonnenschein auf dem schlammigen Wasser und die Liebkosung der Kühlen Luft an ihrer Wange beobachtete; ihr Vergnügen in Gesellschaft von Freunden, die noch am Leben waren, und ihre Erinnerungen an jene, die tot waren, da konnte ich nicht umhin, darüber nachzudenken, ob nicht vielleicht wir die Verrückten waren – denn haben wir nicht, in unserem gedankenlosen Bemühen, praktisch und vernünftig zu sein, Stärke mit Schwäche und Schwäche mit Stärke verwechselt? Sie ist eine ältere Frau; DIE IHREN Teil an den Tragödien und Niederlagen erfahren hat, die niemandem von uns erspart bleiben; und doch hatte sie das auf wundersame Weise nicht verbittert oder auch nur die mädchenhafte Liebenswürdigkeit ihrer Seele angegriffen – welche Spuren auch immer es an ihrem Äußeren hinterlassen hatte. Immer noch (man konnte es der Heiterkeit dieser so erstaunlich jungen Stimme entnehmen) empfand sie Vergnügen an der schlichten Tatsache zu leben, zu lieben und geliebt zu werden, sich an der Schönheit von Gottes Schöpfung zu erfreuen – und sicher bezog sie daraus mehr Kraft und Lebensmut als der abgebrühteste Zyniker, der glaubt, die Nichtigkeit des Lebens durchschaut zu haben und es sich nun so angenehm wie möglich zu vertreiben sucht, bevor es ihm genommen wird?“
Nicht?
Vielleicht weil wir einfach heute keine Zeit mehr dafür übrig haben, die an die Schlichtheit der Tatsache zu verschwenden, nur zu leben und sie so gänzlich für Geschäfte und Vergnügen aufbrauchen.

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