Sep 28
FranzAllgemein, Selbstbetrachtungen
Mich interessieren ja eine ganze Menge Sachen, wesentlich mehr, als hier an dieser Stelle je benannt wurden. Aber was heißt das ?
Nun, Interesse ist ja verschieden ausgeformt. Von bloßer Neugier über Entdeckerfreude bis dahin, seine Interessen auch zu wahren und durchzusetzen. Ganz verschiedene Dinge also.
Nehme ich also mal weniger das Interesse und bleibe bei interessant. Da nehme ich zur Kenntnis, höre hier und entdecke dort und suche vielleicht auch zielgerichtet nach ergänzenden Informationen.
Erste Feststellung: Es gibt eine ganze Anzahl.
zweite Feststellung: Es sind sogar zu viele.
Da liegt das Dilemma:
Wusste man ehedem nicht, wo man suchen sollte, um rare Quellen zu erschließen, wird man heute derart überflutet, dass man den Wassern nicht Herr werden kann. Mehr ist weniger. Denn galt ehedem „besser als nichts“ und vertraute auf Substanz, ist heute „substantiell“ kein Kriterium mehr, wenn falsch von wahr, toxisch von belebend in der Überfülle geschieden werden müssen und schon klar ist, die Zeit wird zur umfänglichen Kenntnisnahme allein schon nicht ausreichen. Und wenn schon das nicht zu schaffen ist, ist jedes Stückwerk gleich von jedem Sinn enthoben.
Vermeintlich wird so jedes Mühen sinnlos….
(Ist dies nicht gar der Ausgangspunkt von Goethens „Faust“? Oder war dies das Ende?)
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Wer sich zu einer Antwort durchgerungen hat, braucht die wohl nicht von mir.
So geht es denn also nur darum, innerhalb der Eckfahnen des Vertrauens eine Verdichtung und Kompression vorzunehmen und Erfahrung mit Erfahrungen anzureichern, die ausreichend wahrhaftig und wahrscheinlich sind, um auch als wahr zu gelten. Irrtümer inclusive.
(Dafür standen mal die Künste, als deren Wert noch Sinn und noch nicht Ware und Spektakel waren.)
Maß und Sortierhilfe sind der Vergleich.
Das gilt nicht nur für Meter und Kilo, sondern ganz besonders auch für Usus und Befinden.
Nur aus sich selbst geschöpft ist keine Erkenntnis möglich.
Nun frag ich mich vernehmlich, wieso ich hier niederschreibe, was ich vorher schon gedacht habe? Welchen Wert soll diese Mühe haben?
Und wieder ehrlich eingestanden, ganz so ehrlich ist dieser Text wohl auch nicht. Nicht mal gemeint. Ehrlich!
Sep 27
FranzAllgemein
„Früher war alles besser!“
Auch wenn man versöhnlich „alles“ durch „vieles“ ersetzt, kann man nur schmunzeln. Andere regen sich gleich fürchterlich auf. Und immer so fort…
Halt! Wir haben beinahe den entscheidenden Punkt schon verpasst!
Was danach kommt oder kommen könnte, begründet seine Relevanz in der Unmittelbarkeit des Augenblicks. Es ist durchaus möglich, es folgt der allergrößte Blödsinn, der nur deshalb plausibel scheint, weil er sich vom vorhergehenden offensichtlichen Unsinn so trefflich abzugrenzen scheint.
Da können dann so überzeugende Sätze erklingen wie, „wir leben aber nicht mehr früher“ oder „früher haben die Leute im Dreck gehungert und sind mit 50 gestorben“ oder es wird auf die sichtbaren Fortschritte in Medizin, Technik und Wohlfahrtspflege verwiesen und auf all das, was es früher noch nicht gab….
Ja, Ja und wieder Ja und trotzdem so unsäglich langweilig, so falsch und desorientierend, dass es an den Rand des Verbrechertums rückt. Diese Abgrenzung des Heute vom Gestern entbehrt jeder Form von Zukunft. Das ist nur der erlöschende Augenblick.
Aber wehe, es wagte jemand zu fragen, was denn heute wohl besser sei als gestern, denn dann hebt die identische Litanei von vorne an. Natürlich durch Diffamierung ergänzt.
Es bringt auch nichts, nach dem jeweils Schlechteren zu fragen. Brächte reziprok identische Ergebnisse.
Das ist der Punkt. Heute ist jedenfalls anders als früher und (dessen muss man sich klar sein!) natürlich auch anders, als es morgen sein wird.
ANDERS!
Das ist keine ganz simple Plattheit, sondern gleich aus mehreren Gründen die eigentliche intellektuelle Leistung.
Es ist gar nicht so einfach, die Unterschiedlichkeit zu beschreiben. Jedenfalls wenn mehr als modische Flüchtigkeit beschrieben werden soll.
Wollte man ernsthaft nach Unterschieden und Andersartigkeit fahnden, werden Begriffe wie „besser“ oder „schlechter“ sehr schnell sinnentleert.
(Ist es nun besser oder schlechter, wenn heute nicht mehr 60 % wie vor 50 Jahren, sondern immerhin noch 10 % der Menschen im Kreis der Familie und daheim dem Tod entgegensehen? Das kann ganz unterschiedlich beantwortet werden. Und welchen Preis hat die höhere Lebenserwartung? Verlängerte Unzufriedenheit oder Lebensgenuss? Jammert nicht die jüngere Generation genau darüber, auf ein eigenes Leben zugunsten der Altenpflege verzichten zu müssen? Oder ist die digitale Beschleunigung des Lebens Fluch oder Segen? Bin ich Herr oder Knecht meines Handy`s? Spare ich Zeit oder verschwende sie, wenn ich mit höchster Mobilität um die Welt rase? Habe ich wirklich etwas erlebt, wenn ich überall mal gewesen bin? Oder habe ich dann nicht gar das Wesentliche verpasst? Und überhaupt: Ist Viel und Mehr wirklich „besser“ als genügsame Intensität?)
Aber dies ist eigentlich nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend ist vielmehr, E R S T wenn man nach der Andersartigkeit von Gestern und Heute sucht, findet man den Gestaltungsspielraum für die wieder ganz andere Zukunft.
Keine Angst, eine Zukunft wird es immer geben. Die kann gar nicht verhindert werden! Völlig unmöglich. Aber WELCHE Zukunft es geben wird, kann man wohl kaum vorhersagen, man kann sie nur anstreben – wenn man denn eine wünschenswerte Zukunft vor Augen hätte!
Völlig ausgeschlossen sind eine Restauration der Vergangenheit und ein Bewahren der Gegenwart. Beides ist völlig unmöglich. Zukunft ist immer anders. Zukunft gibt es entweder als eine Art Gnadenbrot des Schicksals oder aber als sich selbst erfüllende Prophezeihung des Menschen.
Entweder – oder! So einfach und so schwer ist das.
Und wer wissen will, warum sich wirklich niemals Plan und Wunsch als Zukunft erfüllen, der wird dem ewig Gestrigen aufmerksam zuhören und ganz dringend fragen, warum und wie er denn die geliebte Vergangenheit zum grässlichen Heute verhunzt hat und ahnen, dass er selber es ganz anders machen muss.
Nichts ist hinderlicher als eine Lösung zum Problem, wenn man das Problem auch beseitigen könnte. Lösung und Problem bedingen und stützen sich. Schafft man das Problem ab, braucht es keine Lösung.
Und das ist das lustige an den Debakeln unserer Zeit, von Finanzkrise bis Politikverdrossenheit, von Gesundheitsreform bis Wirtschaftswachstum:
Alle suchen nach Lösungen, keiner beschäftigt sich mit den Problemen.
(Aber immerhin gute Teamarbeit. Ich will da wirklich nicht stören…)
Sep 15
FranzAllgemein
Egal heißt glatt und eben.
Das ist dann dellenfrei.
Egal ist einfach: Leben!
Ganz irgendwie, es ist ja bald vorbei!
Egal ist völlig beliebig.
So gänzlich ohne Stress.
Egal ist oft auch so umtriebig;
unverkrampft. Und gilt sogar als kess!
Egal so heißt auch Zuversicht.
Da kommt, was kommt – na und ?
Nah-Toderfahrungen sind wie Tunnel aus Licht,
warm, behaglich und rund.
Egal ist niemals nicht am Ende,
ist immer neu und wenig überrascht.
Egal sind bunte geplusterte Wände,
die Dauer, die die Events erhascht.
Egal ist ewiges frohes Rieseln
durch Raum und Zeit , frei jeglicher Not.
Es pinkelt der Mann, die Frau geht pieseln…
Egal ist egal, grüßt lächelnd den Tod.
Sep 15
FranzAllgemein, Geld
Die beseitigen ihr Problem lieber, statt unerquickliche Lösungen zu sammeln.
Sie bieten jetzt ihre zunehmend wertloser werdenden Geldreserven zum Tausch gegen Sachwerte und Beteiligungen in Europa an. Wenn dann der Finanzcrash kommt, haben sie nichts mehr zu verlieren….
Damit diese Bauernfängerei nicht zu sehr auffällt, koppeln sie ganz schlitzäugig den Vorgang zudem an Bedingungen: Sie tauschen ihre tauben Blüten nur dann gegen Kernobst, wenn sie für diese auch weitreichende Handelskonzessionen bekommen.
Ja, Dame Europa ist in die Jahre gekommen. Hatte Heinrich Heine einst noch gesungen:“ Des Weibes Leib ist ein Gedicht…“
polterte Bert Brecht 100 Jahre später angesichts dieser Engelsgestalt:
“ Mensch Kerl, zerbrich die Flügel nicht!“
Wie sehr sich doch die Zeiten gleichen. Rainer Maria Rilke 1908:
„Dies alles war dein Gut und deine Freundschaft;
du hast es oft geahnt; dann aber hat
das Hohle jener Formen dich geschreckt,
du griffst hinein und schöpftest Leere
und beklagtest dich“
Und wenig später auch:
Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Nun ja, auch ich bin nur ein dummer Junge. Die Fachleute und Weisen verweisen auf die harten Fakten und mahnen uns, die Krise nicht einfach herbeizureden. Ich aber denke, entweder sind die harten Fakten stark genug, dem Gerede standzuhalten oder sie sind nicht faktisch. Das wäre ein fall für die Justiz.
Genauso könnte ich doch behaupten, Europas Würdenträger suchten nach einem Land mit galoppierender Inflation, würden den Euro an dessen Landeswährung binden und nach nur 30 Tagen wären wir alle unsere Schulden los….
klar, damit würden sich auch die Geldvermögen auflösen, weswegen das erst einmal ganz breit verteilt werden muß.
Die klugen Chinesen.
Sep 14
FranzAllgemein
Schicksalsergebenheit war gestern. Schon die alten Griechen gedachten mit dem und die Götter zu verhandeln. Ein Deal unter Partnern. Zwischenzeitlich erschöpft, flüchtete sich der Mensch für einen kurzen Moment unter die Gnade des Gehorsams. Vereinzelt mag das Prinzip noch Gültigkeit haben, oftmals aber auch schon wieder. Der geradezu titanische Aufbruch des selbstbewussten Gestalters ist an der Moderne gescheitert.
Nicht umsonst haben die Fragen, ob man überhaupt einen eigenen Willen, eine eigene Entscheidungsfähigkeit haben könne, ob man Objekt oder Subjekt von Determinanten ist, rasende Konjunktur. Nein, nicht umsonst! Der Preis ist hoch.
Neurowissenschaftliche Forschung entreißt der Black Box immer neue Geheimnisse. Das hat zwei Folgen:
1. Wenn man weiß, was in der Überraschungstüte drin ist, ist die Vorfreude zumindest gedämpft.
2. Es kommt der Gedanke, man könne einen Deal machen und Abwenden.
Das ist das Dilemma: Wenn man weiß, was kommt, glaubt man, dies beeinflussen zu können. Gelingt dies, war das vorherige Wissen wohl doch nicht so gut. War man nun Täter oder Werkzeug?
Jedenfalls widmet sich die ganze Zeitschrift „Management und Qualität“ im Heft 9/2011 dem Thema, wie man das Wollen auch wollen in das Selbstverständnis von Mitarbeitern bringt. Neurowissenschaft bringt da neue Erkenntnisse, die aber eigentlich, so meine ich, erinnern an vergangene gute Methoden und erteilen den Entwicklungen moderner Motivationshysterie eine Absage.
Ausgangspunkt: „..vielfach agieren die Mitarbeiter – gemessen an dem, was wirklich in ihnen steckt – nur unterdurchschnittlich…“
(Seite 4)
Klare Ansage weiter: „Hohe Leistungsbereitschaft resultiert aus einer ganz bestimmten Haltung. Und Haltung kann nicht verordnet werden. Sie erwächst aus Erfahrungen.“
(Prof. Hüther)
Erfahrungen seien ein höchst komplexer neuronaler Prozeß, der eines garantiert nicht ist: bewußt!
„Weder Appelle in den berühmt-berüchtigten Sonntagsreden noch Belehrungen in Mitarbeitergesprächen werden einen Mitarbeiter wirklich zu mehr Leistung inspirieren. Deshalb sind auch alle kognitiv ausgerichteten Appelle unf Motivationsprogramme hirntechnisch gesehen vergebliche Mühe. Die innere Einstellung, die Haltung verändern sich dadurch nicht.“
(Seite 4)
Das zieht sich durch das Heft und listet auf, was geht. Seite 37 resümiert dann ein Artikel die eigene Überschrift: „Mitarbeiterverhalten ändern“
Sep 07
FranzAllgemein
Völlig klar: die stehen jedem, der einem unselbständigen Broterwerb nachgeht, erst einmal fremd gegenüber.
(Über die sich verselbständigte Heuchelei und den Selbstbetrug, man „arbeite ja gern“, will ich nicht reden, weil nicht über die sinnerfüllte und zutiefst befriedigende Tätigkeit gesprochen wird, sondern über die Notwendigkeit des Broterwerbs. Dass die so „erzwungene“ Tätigkeit teils sinnvoller und ganz oft auch befriedigender ist, als einem auf sich allein gestellt einfallen würde, teils wirklich zu einem ureigenen Bedürfnis wird – aus einer ganzen Anzahl von Gründen heraus – sei auch nicht bezweifelt und steht nicht zur Sache. Kein Kind träumt von „Arbeit“, aber alle von einem interessanten, spannenden und aufregenden Arbeitsleben. Den „Spaß“ muß man sich immer erst entdecken!)
Ein Unternehmen, das Mitarbeiter beschäftigt, ist aber keine Belustigungsbude, sondern folgt ganz ernsthaften und eigenen Zwecken und Zielen. Deshalb muss es zwingend die Mitarbeiter für die eigenen Ziele verpflichten. Es muss! Und es bleibt dabei kein Experimentierfeld. Abweichungen unterliegen einer geringen Toleranz.
Das ist nicht nur akzeptabel, sondern absolute Notwendigkeit.
Und da Mitarbeiter nicht aus der genormten Retorte angeforderten werden, sind denen immer die Leitlinien ihrer Arbeitswelt erst einmal fremd. Niemals können die mit eigenen aus den persönlichen Erfahrungen gewonnenen Grundsätzen deckungsgleich sein, niemals. Da gibt es immer auch bei Gleichartigkeit ein Mehr, ein Weniger, ein Anders oder ist konkret differenzierter. Sie können zu eigenen werden, wenn gemachte Erfahrungen sie für gut bewerten.
Wenn erwartet wird, dass die Pflicht zur Anpassung an vorgegebene Leitlinien als Aneignung per Beschluss erfolgt oder gar „begeistert“ begrüßt wird, wandelt man in tiefdunkler Nacht.
Begeisterung gar, ist der kurze freudvolle Moment, da in der Euphorie jede kritische Distanz verloren wurde, Gefühl pur, Überschwang – denkfrei! Und von kurzer Dauer…
(krümelige Wortklauberei? – schlichte Tatsache .Keine Sache irgendeiner Willenserklärung)
Und da Mitarbeiter verpflichtet werden müssen, kann Ihnen auch nicht überlassen werden, welche Leitlinien sie für sich selbst wünschenswert und akzeptabel finden. Die Anforderungen kommen allein aus den Unternehmenszielen – nicht umgekehrt. Diese „innere Akzeptanz“ haben zwar gute und gutwillige Mitarbeiter, vermögen die aber auch marktbedingte Entwicklungen des Unternehmens zu bedenken? Wenn ja – wären sie dann nicht besser Unternehmer?
Selbstverständlich entwickeln Mitarbeiter die Leitlinien eines Unternehmens mit – aber allein aus dem Tatbestand heraus, dass tatsächliche Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge, vorgelegte Anforderungen erst praktikabel machen. Aus dem theoretischen Konstrukt wird bewährter Sachverstand und als solcher verinnerlicht. Es wäre dumm, diesen praktischen Sachverstand zu schwächen, weil er sich in theoretischem Unsinn artikulieren muss. Dann nähme niemand die theoretische Anforderung mehr ernst und würde gleichzeitig den Sachverstand verstecken müssen.
Allerbestes Ergebnis wäre dann ein völliges egal. (immerhin politisch korrekt und wenig störend und ein entgangener Gewinn könnte nur vermutet werden, aber das wäre ja schon bösartig.)
Hier meine Leitlinien als Mitarbeiter, die ich mitbringe:
1. Ich habe die Arbeit akzeptiert, also muss ich diese auch machen, zumindest gut.
2. Ich will mit mir selber zufrieden sein und wenn ich das auch nach außen vertreten will, muss ich mich an den fremden Vorgaben messen. Erst wenn ich diese erfülle, kann ich sorgenfrei zufrieden sein.
3. Ich will auch befriedigt sein von meiner Arbeit, also muss diese auch Sinn machen oder von mir selber mit einem Sinn ausgestattet werden. Auch ungeliebte Tätigkeit wird befriedigend, wenn sie einem Sinn und Nutzen dient.
4. Nachhaltig ist meine Arbeit nur, wenn das Unternehmen Bestand hat. Folglich ist es mein Interesse, durch meine Arbeit dem Unternehmen den Bestand zu sichern.
5. Nur wenn es dem Unternehmen gut geht, kann ein guter Anteil für mich abfallen, also ist es langfristig besser, dass es dem Unternehmen besser geht als mir selber, denn das schafft Reserven.
6. Der Status quo ist immer schon Geschichte und deshalb ist Zukunft immer auch eine unbekannte Option – weil es viele gibt. Ich will an der besseren mitarbeiten auch wenn man das erst hinterher wissen kann.
7. Keine Verantwortung ohne Einflusschance. Schon der Versuch, Einfluss zu nehmen, ist Verantwortung übernehmen, keinen Einfluss zu haben, befreit von Verantwortung. Auf Einfluss zu verzichten – ist verantwortungslos.
8. Glück haben, ist hilfreich, aber kein wirklicher Erfolg.
9. Erfolg wird nicht gefunden, sondern erarbeitet.
10. Es geht nicht darum, irgend etwas „richtig“ zu machen, sondern Erfolg zu haben. Erfolg ist ein zumindest akzeptables Ergebnis.
11. Wirklich richtig ist „richtig“ nur, wenn es von wiederholbarer Dauer ist, weshalb manche Momente aus „richtig“ eben falsch machen – wenn man eine Wahl hat.
12. Das Ziel eines Unternehmens ist Gewinn, der Sinn eines Unternehmens ist Nutzen, weil nur für einen Nutzen auch bezahlt wird und nach Abzug der Kosten von der Bezahlung der Gewinn bleibt (außer man ist gemeinnützig).
13. Obwohl sich Nutzen im Gebrauch verbraucht, muss er nachhaltig sein, damit es einen steten Gewinn gibt. Einmalige Gewinne sind wärmende Strohfeuer.
14. Fehlende Gewinne sind Investitionen in die Zukunft, die sich amortisieren müssen. Verluste auch. Aber man investiert nicht zweimal ohne Amortisation.
15. Als Mitarbeiter bin ich Dienstleister am Unternehmen. Ich arbeite nicht nur mit, sondern würde mich als Unternehmer auch als Dienstleister selber bezahlen.
16. Aber als Dienstleister leiste ich Dienste, die dienlich sind und mache nicht irgendwas, um die Zeit tot zu schlagen.
17. Beraten können viele, entscheiden nur die, die auch Verantwortung übernehmen. Da Verantwortung von Antwort kommt, sind Fragen immer erlaubt. Unverantwortliche brauchen keine Fragen beantworten.
18. Ein Team ist keine Schicksalsgemeinschaft, sondern eine Partnerschaft. Es bedarf der Übereinkunft.
19. Keine Übereinkunft ohne Auseinandersetzung.
20. Wer sich der Auseinandersetzung entzieht, kündigt die Partnerschaft.
21. Jeder braucht Hilfe – ich auch. Gebe ich keine, schade ich mir selber.
22. Jeder macht Fehler – ich auch. Eine Wiederholung kann nur verhindert werden, wenn sie bekannt sind. Wiederkehrende Fehler sind grundsätzliche, also vielleicht gar keine Fehler.
23. Auch die knackigsten Worthülsen sind einfach nur leer.
24. Was ich nicht verstehe, merke ich mir nicht, also hat man es mir nie gesagt. Besser gleich nachfragen.
25. Ich kann nur Regeln brechen, die ich kenne.
26. Regelungen, die sich täglich ändern, sind keine, das sind Improvisationen.
27. Ohne Ziel kein Fortschritt , sondern womöglich zurück?
28. Man kann auch gegen die eigene Überzeugung arbeiten, aber das macht keinen Spaß.
29. Tote fühlen keinen Schmerz – solange es nur weh tut, besteht noch Hoffnung.
30. Wer nicht jeden Tag neu beginnt, bleibt in der Vergangenheit.
Sep 06
FranzAllgemein
Ohne geht es nicht.
Ich gebe einen Maßstab und messe mich am anderen. Besser? Schlechter? Das ist tatsächlich egal, wenn es denn auf ein gemeinsames Ziel zugeht, ist keine Andersartigkeit störend.
Da bleibt die entscheidende Frage: Schaden oder Nutzen? Wer wollte sagen, ob etwas besser oder schlechter ist, wenn es dem gemeinsamen Nutzen dient? Wohl jeder könnte das, wenn es schadet! Aber dann geht es nicht um besser oder Schlechter. Hat schon mal jemand was von einem „besseren Schaden“ gehört?
Es kommt also weniger auf das „wie“ an, sondern auf den Zweck. Und der Zweck unterstellt sich einem Ziel. Um ein Instrument spielen zu können, muss ich üben, ob ich Anfänger bin oder schon versiert – ich muss üben. Aber Fleiß allein reicht auch nicht… Was ich mache, wie ich es mache und unter welchen Umständen, bleiben entscheidende Größen, obwohl es genau dafür keine festen Regeln gibt. Die lassen sich allein a b l e i t e n aus dem festen Willen das Instrument zu beherrschen und meinen vorgefundenen Umständen.
Leitlinien sind verinnerlichte Grundsätze, an denen ich die Welt bewerte, gestalten und ertragen kann. Es sind schlicht Erfahrungen, bewährte und bestätigte Muster. Gelebtes Leben in Kurzform.
Und weil das Leben so vielgestaltig ist, ist es nicht mal ein gar so schlechter Gedanke, sich der tragenden Grundfesten zu vergewissern. Tragen die noch? Noch oder schon nicht mehr? Und was soll eigentlich getragen werden? Renovierung, Reparatur, Modernisierung oder Umbau? Manchmal lohnt gar der Abriß…. Für einen neuen besseren Anfang.
Und auch weil das Leben so vielgestaltig ist, ist eine Verortung im Hier und Jetzt notwendig. Wo, mit wem und wann und unter welchen Umständen. Eine grundsätzliche Entscheidung steht da an. Und die hat Konsequenzen. Hatte Vincent van Gogh seine unverkäuflichen Bilder nicht anders malen können oder wollen? Und wer hat ihn gefüttert?
Und auch wenn wir das heute gern anders sehen möchten: Vincent konnte einfach nicht.
Dabei ist es nicht verkehrt , ein Mindestmaß an Anpassung zu betreiben…. Weil jede Anpassung ist gleichzeitig auch ein Angebot zur Veränderung. Anpassung ist schließlich keine Unterwerfung, eher eine Form der Mitgestaltung und als Mitgestaltung eben auch aktive Umgestaltung.
Jede Lebenspartnerschaft beweist dies. Wer sich einem anderen anpasst, ändert dessen Reaktionen.
Eine gemeinsame Zukunft ist möglich. Jede Nichtanpassung zwingt den anderen. Es geht um höhere Ziele, den gemeinsamen Erfolg. Beim gemeinsamen Ziel kann keiner erfolgreich ohne den anderen sein. Vielleicht trotzdem – aber dann liegt wohl keine Gemeinsamkeit vor.
Und das sind dann die Leitlinien. Nicht etwa, was vertraglich geregelt wird, sondern das, was ganz praktisch gelebt wird. Während Proklamationen ewig vor sich hinschimmeln können, strahlend in reinem Weiß, beweist sich das Leben täglich in sich selber, durch sich selber und reichert sich in den eigenen Erfahrungen an. Allgemein gilt es als nicht sonderlich klug und clever, stetig gegen die eigenen Erfahrungen anzuleben. Aber Erfahrungen werden gemacht, weil man sie einfach hat. Und machen tut man sie, weil man aus Vergangenen lernt. So schafft man sich unverdrossen die gewünschten Erfahrungen.
Leitlinien!
Sep 06
FranzAllgemein
Orientierungshilfe auch in dunkelster Nacht, Geländer an der Wendeltreppe von Einstellung, Verhalten und alltäglicher Mühsal, Gradmesser von Zufriedenheit und Hoffnung.
Leitlinien haben Konjunktur.
Vielfalt, Reichtum und die Ausweitung der Möglichkeiten machen es möglich. Gezwängt in die gnadenlose Schicksalsrutsche ohne Abzweigung hin zur Vorbestimmung braucht es solche Orientierung natürlich nicht und seit etlicher Zeit gibt es immer mehr wagemutige Rebellen, die mit der Vorbestimmtheit haderten und einen Ausstieg riskierten.
Jetzt schwingt der Pendel zurück. Leitlinien haben Konjunktur. Auch die Illusion einer Freiheit führt ganz praktisch zu Verzicht, sonst wäre man einsam. So einsam gar, dass die Sehnsucht nach dem Zwang und die Abhängigkeit von einer geregelten Gemeinschaft übermächtig wird.
Gut also, wenn man eine Gemeinsamkeit findet: Freiheit in der Gemeinschaft.
Und wer folgt wem?
Ein Wechselspiel, das sich beflügelt, wenn die Wertschätzung in der Gemeinschaft zu persönlichen Prägungen führt, an der man nicht nur erkennbar wird, Verlässlichkeit signalisiert, sondern auch Maßstab und Grenze für das Verhalten wird. Eine Abwägung der Werte, die man Entwicklung nennt. Anpassung und Beharrung geben den festen Grund unter den Füßen. Aufgeschlossenheit und auch Verweigerung. Ohne Regeln keine Zukunft.
Wehe, wenn sich keine Gemeinsamkeit findet: Dann wird im Stillstand geheuchelt. Unbeteiligte Zustimmung sichert nur die persönlichen Interessen und lässt die Gemeinschaft zur hohlen Form verkommen.
Und Leitlinien haben Konjunktur. Ohne geht es nicht. Aber wieso?
Wenn der Ruf erschallt nach Bestimmung einer deutschen, religiösen, kulturellen, sozialen, philosophischen, ethischen, historischen oder zukunftsweisenden Leitkultur, nach Leitlinien oder festen Planken zur Bewertung, dann ist dies das beste Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Den Auseinanderdriften individueller Selbstbestimmung sollen Grenzen gesetzt werden. Wenn einer den anderen stört in seiner Selbstherrlichkeit wäre dies noch verkraftbar und zu regeln, wenn dabei aber eine Gemeinsamkeit gestört und zerstört wird, könnte alles und das Ganze perdu sein.
Mag sein, im Wettbewerb der Profilsüchte merkt dies lange Zeit niemand, wird die Aufmerksamkeit so vom bizarren Pfauenstolz gefesselt, im Beifallsrauschen um besondere Höchstleistungen, im Ah und Oh geht die gemeinsame Zielstellung unter. Welche Gemeinsamkeit kann es denn auch hinter dem herausragenden Alleinstellungsmerkmal geben? Jubel bekommt nur der Solist, die Teamspieler geben den Rahmen dahinter im Chor, namenlos. Die Suche nach Teamfähigkeit gleicht der Suche nach der Garnierung für die einzigartige Köstlichkeit. Superb!
Aber irgendwann muss man auch satt werden vom Essen!
Gut, auch die Summe des Naschwerks macht satt und kalorienhaltig sind die auch. Profunde sogar.
Aus Überschuss entsteht da leicht Mangel.
Robinson Crusoe hatte sich doch tatsächlich den hochseetauglichsten Einbaum geschnitzt und dann erst festgestellt, er bekam das schmucke Ding nicht ins Wasser. Wo es eigentlich schwimmen sollte nach dem einstigen Leitgedanken, nach Ziel, Plan und Absicht. Statt zu schnörkeln, hätte sich Robinson besser von diesem Gedanken leiten lassen sollen, dem Ziel, dem Plan, der Absicht, dem angestrebten Wert. Da nützt auch das beste Schiff nichts, droben in den Bergen….
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