Feb 10
FranzAllgemein, Demokratie und Recht, Geld, Gesellschaft, Schwärmereien
Nicht immer, natürlich nicht. Aber immerhin so oft wird meine lästige Meinung in den öffentlichen Medien bestätigt, dass ich meine ureigenen Selbstgewißheit nicht fatal finden brauche. Eigene Erfahrungen wiegen eben schwerer als jedes Hörensagen von Autoritäten. Gewöhnlich muß ich auf solche Bestätigungen zwischen 7 bis 15 Jahre warten.
Ich kann verschmerzen, dass diese “Neuerkenntnisse” von neuerlichen autoritäten verkündet werden und meine Lästigkeitskonstante erhalten bleibt. Ich freu mich dann nur.
Heute ist so ein Tag.
“Psychologie heute”, März 2012
- “Dumme Dinge . Wie manche Maschinen unsere Intelligenz ruinieren” , wolfgang Schmidbauer ab S. 44
Ich wage zu behaupten, dass später auch vom Verlust der Sozialität gesprochen wird, “Burn Out” nicht auf Überlastung durch Ehrgeiz, sondern auf Sozialitätsverlust zurückgeführt wird und die “Schwarmintelligenz” gar keine ist, sondern nur eine selbstregelnde Mehrheitsbestimmung…
- “werfen Sie einfach eine Münze…” meint Gerd Gigerenzer (MPI für Bildungsforschung) ab S.64 und ersetzt damit auch eine überoptimierte Strategieplanung mit Kommissionsfindungskommissionen…
während die physikalische Abschaffung der “Zeit” (wegen diverser Axiomswidersprüche) mit philosophischen Termini diskutiert wird, sollte man meinen!, sollte Philosophie, Psychologie und Soziologie ernstlich die “Zeit” mal wieder als Determinante im sozialen Entwicklungsprozeß entdecken und nicht nur der Ökologie und Ökonomie als Werteinheit überlassen…
- “Das nervt! warum wir auf die Zumutungen des Alltags nicht gelassen reagieren können” ab S. 20 + Folgebeiträge
Wunderschönes Heft diesmal.
Und wenn ich schon dabei bin, kann ich auch gleich der vorwochenfreude etwas nachhängen und das Februarheft von “soziologie heute” (www.soziologie-heute.at) verweisen. Die moderne Freiheit schafft das Zeitalter der Angst.
Obiges Heft spricht von der “Lust am Umtergang”, S. 40, und dieses hier titelt: “Der Umgang mit der Unsicherheit. eine kultursoziologische Betrachtung”.
Fand ich gut.
Und erinnerte mich an den “Spiegel” 6/2012 ab s. 52: “Frei schwebend in der Wolke – Der Software-Konzern IBM plant eine Radikalreform seiner Belegschaft. ein internes Papier zeichnet die Blaupause für die Arbeitswelt von morgen: Kleine Kernmannschaften dirigieren ein Heer freier Mitarbeiter – weltweit.”
nunja, das hat die Logistikbranche ja schon hinter sich und dabei Unmassen von sauglücklichen freier Kleinunternehmern geschaffen, die regelmäßig nach 2-5 Jahren den finanziellen Offenbarungseid leisten und dafür 15 schneller gealtert sind. die positive Seite dabei ist, die großen Logistikanbieter sind darüber ökologisches Vorbild geworden – sie besitzen ja selber keine Fahrzeuge mehr… Preise und Medaillen haben sie vom Staat dafür schon bekommen…
Die Zukunft macht einfach neugierig.
Nov 09
FranzAllgemein, Demokratie und Recht, Geld, Gesellschaft
Jaaa… das Gewissen. Wieviel ist die eine Frage, zu welchem Preis eine andere.
Die Gesetze der Physik lassen sich eben nicht aushebeln, weder real noch virtuell, weder im Stabilbaukasten noch in der Sozialität.
Aktion = Reaktion
Das gilt tatsächlich, auch wenn man daran zweifelt. Manchmal hört man sich die Ohren wund im Glauben, eine Reaktion gefordert zu haben. Ging man von falschen Voraussetzungen aus. Sagen wir mal, ein bereitwilliger Mensch ergattert einen Bürojob mit der konkreten Arbeitsaufgabe, die Fensterscheibe dünn zu gucken… Darf man wohl keine schnellen Ergebnisse erwarten.
Da stimmen dann Ziele, Mittel und Bedingungen nicht.
Deutsches Ärzteblatt, Jg 108, Heft 42, 21.10.2011, berichtet…
über eine weltweite Epidemie psychischer Erkrankungen und zitiert das World Economic Forum (WEF) und die Harvard School of Public Helth, deren Septemberbericht 2011 davon ausgeht, dass derzeitige Jahreskosten von 2,5 Billionen Dollar für psychische erkrankungen demnächst leicht auf 6,0 Billionen steigen könnten.
Schon die Aufzählung der vorhandenen und notwendigen Behandlungsressourcen läßt keinen Zweifel: sollte dies ein Ziel sein, wäre das leicht zu erfüllen.
Es gibt jetzt die “Grand Challenges in Global Mental Health Initiative” mit 400 Experten aus 60 Ländern, die in 184 Staaten zur Anwendung kommt. Dazu haben sich weitere 95 Institutionen und knapp 2000 Einzelpersonen zu einem Netzwerk “Movement for Global Mental Health” zusammengeschlossen, um die uralte “Call for Action” mit Leben zu erfüllen.
( http://www.globalmentalhealth.org )
Schade nur, dass die von der Pharmaindustrie unterstützte Suche nach der Verbesserung der medizinischen Behandlung psychischer Erkrankungen zwar auch eine Klitzekleinigkeit Prävention beinhaltet, nicht aber wirklich nach grundlegenden Ursachen für diese Krankheiten sucht.
“spiegel wissen” spricht vom “Gau für den Sozialstaat” und meint lapidar zu 50 Milliarden Behandlungskosten in Deutschland allein nur für “…ich habe Rücken…”:
Unzufriedenheit am Arbeitsplatz macht Millionen Menschen rückenkrank!
(es kam also nicht auf ergonometrische Arbeitsplatzeinrichtungen an, oder?)
Aber was soll`s?
Ein kleiner Nebensatz in einem ganz anderen Zusammenhang hat mich aufhorchen lassen.
Ich hatte mich doch kürzlich mit Eifer empört, das die Demokratieerfinder jetzt auch noch abstimmen wollen und damit einhellige paneuropäische Aufregungen zugespitzt… Hatte ich doch?
Nun im “Focus Money”, Nr. 46 vom 09.11.2011 liest sich das so:
“Doch ist die Euro-Krise so weit fortgeschritten, dass Euro und Demokratie offenbar nicht mehr zusammen, sondern nur noch alternativ zu haben sind.”
Wenn das sich rumspricht, wird Europas Elite ganz sicher gemütskrank! Wir sollten ein paar Billionen zur Behandlung in Reserve halten…
Okt 07
FranzGeld, Gesellschaft
so schrieb ich denn als Antwort an den Torschützenkönig am 22. vor einem Jahr:
“Mal ein Beispiel zum Muttermilchlebensgefühl: nördlich und südlich der Alpen…
Ein Deutscher nimmt einen Kredit auf und hat ein Problem: wie soll er den nur zurückzahlen….?
Ein Südeuropäer nimmt einen Kredit auf und hat kein Problem. Alles so, wie er es wollte. Bestens. Das Problem hat der Kreditgeber…”
Mir scheint das aktueller denn je, obwohl draus gelernt wurde. Die Kreditgeber wandeln sich zu Gläubigern und geben das Kreditrisiko einfach weiter. Hat bei Verbriefungen schon mal geklappt und scheint jetzt ganz ohne Pfand erneut zu klappen. Man trennt den Gewinn vom Risiko und verkauft letzteres weiter.
Ich rede natürlich von den Banken. Genau genommen waren die nie nur Gläubiger, sondern immer auch Schuldner gegen ihre Sparer, Anleger und Kontoführungsverpflichteten. Die wußten nur nie genau, ob sie nicht nur Gläubiger ihrer Einlagen waren, sondern vielleicht zusätzlich auch Bürgen für das Bankenroulette.
Jetzt wird das Risiko gestreut und somit “gemindert”. Die Weitergabe der Kreditrisiken an Zentralbanken verteilt die Risiken gleichmäßig auf alle Währungsnutzer. Das klassische Schneeballsystem also…
(Besonders clever sind dabei die Italiener. Bis gestern befanden sich Schuldner und Gläubiger innerhalb der Landesgrenzen. Jetzt konnten sie die Risiken exportieren… )
Aber wir sollten uns nicht aufregen. Die Grundregel lautet seit eh und je und tausenden von Jahren:
Schulden sind die sicherste Währung!
Gut, wenn man die ausreichend im Depot hat…
Okt 04
FranzAllgemein, Geld, Gesellschaft
steht im Spiegel 40/2011. Das muß man anerkennen.
Wahrscheinlich haben die Redakteure dies nicht mal mitbekommen, soviel Zubilligung muß schon sein. Dem Spiegel sei also gedankt und er sei gleichzeitig entschuldigt.
Gleichsam als Akt eines unterbewußten Selbstschutzes findet sich jener Satz nicht an exponierter Stelle, sondern in den kulturellen Anhängen, dem entspannenden Austrudeln nach den hochwichtigen und hauseigenen Menetekeln zu Welt- und Wirtschaftsgeschehen. So kommt es zu einer recht eigenwilligen Hintergrundbeleuchtung dieses Bühnenstücks, was vorangegangene Artikel zwar stark konturiert aber ohne inhaltliche Fasson erscheinen läßt.
Wenn Hans Magnus Enzensberger sein Panoptikum ausbreitet und dazu mit “Märchenstunden” titelt, darf man ruhig neugierig sein. Und nicht nur neugierung, sondern in angespannter Erwartung. Gleich und noch im Titel heißt es denn: “Erste Lieferung: Rätselhafte Wirtschaftswissenschaften”
“Rätselhafte Wirtschaftswissenschaften” ist ja ein alter Hut und sozusagen Gemeinplatz, die 1. Lieferung läßt jedoch auf mehr hoffen!
Aber gut. Jetzt endlich der schöne Satz, der schönste Satz. Unkommentiert und aus dem Zusammenhang gerissen und trotzdem überzeugend.
“Um ein wenig Licht in die Sache zu bringen, müßte man wohl oder übel ins Detail gehen, und das heißt, auf generalisierte Thesen verzichten und die Wissenschaft den Wissenschaftlern überlassen, auch wenn das dem Fachmann nicht erlaubt ist.”
Da können einem die Ökonomen doch fast richtig leid tun, oder? Trösten wir sie ruhig mal: Nie stimmt irgendwas und immer kommt es doch anders – in dieser Gewißheit hat sich bisher jedes Bemühen immerhin bewährt.
Sep 15
FranzAllgemein, Geld
Die beseitigen ihr Problem lieber, statt unerquickliche Lösungen zu sammeln.
Sie bieten jetzt ihre zunehmend wertloser werdenden Geldreserven zum Tausch gegen Sachwerte und Beteiligungen in Europa an. Wenn dann der Finanzcrash kommt, haben sie nichts mehr zu verlieren….
Damit diese Bauernfängerei nicht zu sehr auffällt, koppeln sie ganz schlitzäugig den Vorgang zudem an Bedingungen: Sie tauschen ihre tauben Blüten nur dann gegen Kernobst, wenn sie für diese auch weitreichende Handelskonzessionen bekommen.
Ja, Dame Europa ist in die Jahre gekommen. Hatte Heinrich Heine einst noch gesungen:“ Des Weibes Leib ist ein Gedicht…“
polterte Bert Brecht 100 Jahre später angesichts dieser Engelsgestalt:
“ Mensch Kerl, zerbrich die Flügel nicht!“
Wie sehr sich doch die Zeiten gleichen. Rainer Maria Rilke 1908:
„Dies alles war dein Gut und deine Freundschaft;
du hast es oft geahnt; dann aber hat
das Hohle jener Formen dich geschreckt,
du griffst hinein und schöpftest Leere
und beklagtest dich“
Und wenig später auch:
Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Nun ja, auch ich bin nur ein dummer Junge. Die Fachleute und Weisen verweisen auf die harten Fakten und mahnen uns, die Krise nicht einfach herbeizureden. Ich aber denke, entweder sind die harten Fakten stark genug, dem Gerede standzuhalten oder sie sind nicht faktisch. Das wäre ein fall für die Justiz.
Genauso könnte ich doch behaupten, Europas Würdenträger suchten nach einem Land mit galoppierender Inflation, würden den Euro an dessen Landeswährung binden und nach nur 30 Tagen wären wir alle unsere Schulden los….
klar, damit würden sich auch die Geldvermögen auflösen, weswegen das erst einmal ganz breit verteilt werden muß.
Die klugen Chinesen.
Mai 09
FranzDemokratie und Recht, Geld, Gesellschaft
Für diese Behauptung braucht es keinen Merksatz, wie ihn die vorigen Einträge aufwiesen, weil das Gelächter über solche Großspurigkeit sowieso nicht vergessen werden würde, werden könnte, werden wird.
Die ganze Welt müht sich um die Rettung der Währungssysteme, hunderte Milliarden an Zahlungsmitteln wurden bereitgestellt – tausende von hochqualifizierten Fachleuten arbeiten daran.
Eben!
Tief gebückt im eigenen Garten, sich eifrig mühend, bemerkte von denen niemand, wie die Planierraupe von außen das gesicherte Tor am Zaun niederwalzte. Gegen die Planierraupe kommen die eigenen Kräfte nicht an, da pflanzt man lieber noch schnell die geliebten Sprösslinge um, damit jene nicht zu Schaden kommen. Vielleicht erntet man noch was. Das wird schon wieder.
Andere Lösungen sind nicht geplant.
Alternativen würden sowieso nicht funktionieren. Die sind gänzlich unmöglich. Und selbst wenn man den Irrwitz versuchte, die Auswirkungen wären desaströs. Lieber ein schon vertrautes Desaster.
Mir selber scheint das nicht so.
Statt den Finger auf das Loch im Eimer zu halten, um die Verluste zu minimieren oder letztendlich nur zu verzögern, würde ich lieber über eine n neuen Eimer nachsinnen, jedenfalls den Schadhaften nicht immer neu füllen.
„Aber da wäre ja erst einmal alles verloren!“
Jedenfalls weniger als den kaputten Eimer auf ewig weiter zu nutzen. Was ist alles?
Was spricht gegen ein gewerbliches Zinsverbot?
Huch, ich höre schon das Geschnatter. Aber mir fällt tatsächlich nichts ein, was nicht auf anderen Wegen zu lösen wäre. Jedwede Finanzierungsform wäre auch über Beteiligung und Miteigentum und Eigentumsübertragungen lösbar.
Es ist unmöglich, vorab auf all die e r w a r t b a r e n Unmöglichkeitsfeststellungen einzugehen, die nicht so erwarteten wären da schon viel interessanter.
Es ist eben so, dass man sich mit einem Gedanken auf zwei Wegen auseinandersetzen kann. Unter dem Vorbehalt, dies sei alles nur Unsinn, sucht man nur das Haar in der Suppe, findet die eigenen Vorbehalte und sieht sich bestätigt. Ende. Der Gedanke war so daneben, dass man zur Hinrichtung nicht mal den Verstand anschalten mußte.
Der andere Weg wäre getragen vom „warum nicht?“ - und schon wäre auch jedes „geht nicht“ der Prüfung eines „warum nicht“ unterzogen und plötzlich ist es sehr anstrengend, denn zu jeder scheinbar alternativlosen Blockade würden einem eine erhebliche Menge bisher ungedachter Alternativen einfallen.
Die Zentralbank, die Bundesbank, alle Banken sowieso würden nicht funktionieren…. Die Wirtschaft wäre nicht mehr finanzierbar, Der Staatshaushalt nicht mehr zu decken, die Sparer würden das Weite suchen – es wäre das Chaos und ein wirtschaftlicher Kollaps! – alles Unsinn! –
Zins ist einfach nur der bequemste Weg, aus Geld wieder Geld zu machen und dies unter Ausschluss eines Beteiligungsrisikos. Gewinn ohne Verlustchance und jeder Gewinn bezieht sich immer auf die eigene einmalige Leistung und nie auf den realen Erfolg der unterstützten Maßnahme – oder es ist die immer wiederkehrende Gebühr ohne eine erneute Gegenleistung erbringen zu müssen. Zins ist die Möglichkeit, Schulden auf Ewigkeit und in unermesslicher Höhe anzuhäufen.
Nehmen wir nur ein Beispiel: die Staatsfinanzierung. Nun ist der Staat ja sicher ein machtvolles politisches Gebilde niemals aber eine Wirtschaftseinheit. Der Staat handelt im Auftrag und ist Vermögenstreuhänder nie aber Eigner oder Kaufmann. Der Staat kann nichts verkaufen oder verpfänden ohne Auftrag und er kann nichts auf eigene Rechnung erwerben.
Und doch haben wir uns an diesen Gedanken gewöhnt, weil uns der Staat als Rechtsperson gegen uns selber in Erscheinung tritt und so dann leichter als „böser Fremder“ zu ertragen ist.
Der Staat hat (im Auftrag) Aufgaben zu erfüllen und benötigt dafür Mittel und Einnahmen. Dafür gibt es die Steuern, Gebühren, Abgaben und Einkünfte der in seine Verwaltung übergebenen Einheiten. Dafür und nur dafür. Reichen die Mittel nicht, können Aufgaben nicht erfüllt werden. Dann bleiben die Aufgaben unerledigt. Gänzlich falsch ist es, dass der Staat sich selber zu Aufgaben verpflichtet und aus diesem Grund seinen Souverän beliebig zur Kasse bittet. (Zum Beispiel ist es höchst zweifelhaft, ob der Staat als politisches Rechtsgebilde überhaupt Sozialaufgaben erledigen kann, die nie allgemein sondern immer konkret sind und jede einzelne unvergleichbar mit allen anderen.)
Aber zurück: Wenn der Staat niemals Eigner sein kann, kann er auch niemals Schuldner werden. Er wird finanziert von den Wirtschaftssubjekten als deren politische Vertretung er gilt. Daher hat er seine Einnahmen. Ausschließlich. Er ist nicht Unternehmer. Er ist kein Krämer. Die Erfolge der den Staat finanzierenden Wirtschaftssubjekte sind aber höchst schwankend und individuell. (Wie wollte der Staat da eine Anteilszuordnung für Schulden vornehmen?)
Es gibt nur Erfahrungen über die etwaige Höhe des Saldos aller Einnahmen. Ist der Staat aber beauftragt, Schulden aufzunehmen, zu einem Zweck, für eine bestimmten Laufzeit und in bestimmter Höhe – dann kann der Staat nicht Verzinsung für die Ewigkeit versprechen, sondern allein auf Anteile seiner erwartbaren Einkünfte abstellen und dies für einen bestimmten Zeitraum und für einen bestimmten Anteil.
Zum Beispiel sollten 1 Promille der erwarteten Staatseinnahmen auf x Jahre die Ansprüche auf Rückzahlung und Ertrag für einen Kreditnehmer genügen. Die soll der Gläubiger auch bekommen und danach ist seine Forderung abgegolten, endgültig. Ein Geschäftsrisiko aber auch eine Geschäftschance! Punkt.
Und wenn festgelegt ist, bis zu welcher Anteilshöhe ein Staat seine künftigen Einnahmen abtreten darf, ist alles hinreichend geklärt. Mehr geht eben nicht. Unfinanzierbare Aufgaben muss der Staat ablehnen. Er ist eine politische Vertretung und kein Zocker.
Gleiches gilt für Länder und Gemeinden. Die sind zudem lokal viel konkreter und deren wirtschaftliche Kompetenz und Verflechtung ist entsprechend viel konkreter. Und jede politische Instanz bekommt ihre Aufgaben immer durchfinanziert und vollfinanziert vom Auftraggeber, sei es von „oben“ oder von „unten“. Vermischungen gibt es da nicht.
Eine politische Rechtsperson bedarf keiner Zinsen!
Aber die Anleger! Die würden ihre Gelder doch dort investieren, wo es die höchsten Zinsen gibt und niemals dort belassen, wo es überhaupt keine Zinsen gibt! – sollen sie doch! Jeder mag mit seinem Eigentum verfahren, wie es ihm beliebt.
Aber dann kann die Wirtschaft nicht atmen, deren Kreditbedarf kann nicht gedeckt werden, Investitionen sind unmöglich, Arbeitsplätze in Gefahr! Die Firmen würden den Zinsverbotsraum verlassen! – Papperlapapp.
Das Gegenteil ist der Fall. Nie wäre ein Wirtschaftsraum interessanter. Schon heute ist jedes eingeräumtes Zahlungsziel in der Sache selber ein zinsfreier Kredit. Die Partner wissen um das gemeinsame Interesse. Und jede Kreditnahme/gabe über den Beteiligungsgedanken stärkt die Gemeinsamkeit. Scheitert die, ist Anteilseigentum ja handelbar. Zinsen sind Erpressungsoptionen, Anteilseigentum ein klares Bekenntnis.
Und wenn Firmen aus zinsfreien Zonen wegziehen, dann ist diese Region für jeden Investor nachgerade interessant, weil ohne Wettbewerber und würde zudem aus der politischen Rechtsvertretung einen erhöhten Schutzstatus genießen.
Auch eine Wirtschaftsperson bedarf des Zinses nicht.
Und die Banken? Haben Beteiligungen und Dienstleistungsgebühren.
Und die Sparer? Wissen was ihr Vermögen wert ist , das sie sparen und nicht investieren.
Auch Banken und Sparer brauchen keine Zinsen.
Ausgeschlossen jedenfalls wäre, das der Staat seinen Souverän, das Volk, darüber im Unklaren lässt, in wie weit konsumiert statt investiert oder erledigt wird und vertuschen kann, dass er schon die überübernächste Generation um ein selbstbestimmtes Leben betrogen hat, weil im Unmaß mit Schulden belastet. Und auch Währungen und Währungsräume blieben stabil, weil immer sachwertbehaftet.
Und völlig undenkbar wäre auch solch Mediengejammer, wie im heutigen „Focus“, der da jammert, dass das Abenteuer „Euro“ bislang dem deutschen Steuerzahler netto 2500 Milliarden gekostet hat.
Spiegel und Wirtschaftswoche haben ähnliche Tonlagen drauf.
Aber so sind die Fachleute, entweder selbstverliebt in ihr mathematisches Zahlenwerk unter Absehung von zwingenden Zusammenhängen oder im relativistischen Globalzusammenhang voller Ungewissheiten. Einfach weder- noch nur flatternde Fahnen im Wind.
Was nicht begriffen wird, ist das Leben selbst. Das Leben ist eben nicht effektiv, sondern höchst verschwenderisch, dabei aber sehr nachhaltig. (Was vielleicht doch noch ein Merksatz ist)
Mai 06
FranzGeld, Gesellschaft
Wie heute Dubai muss einst El Dorado für Touristen ein merkwürdiges Land gewesen sein. Für 50 Cent konnte man sich über einer echt goldenen Kloschüssel erleichtern, aber der Hamburger kostete 10 Euro.
Und wieder mal die Anomalie des Wassers! In der Wüste, wo es keines gibt, ist das billiger zu kaufen, als dort, wo daran kein Mangel herrscht.
Das regelt irgendwie der Markt.
Und doch hat der Markt kein wirklich gutes Verhältnis zum Geld. Die Kosten steigen, die Preise sinken und doch wird alles immer teurer. Je nach dem Blickwinkel auf den statistischen Durchschnitt. Alles, was man wirklich braucht, wird immer teurer, hübsch-zu-haben dagegen immer billiger. Außer Luxus, der bleibt teuer, sogar wenn er keiner ist, dann steigen sogar die Preise.
Z.B. Kinderschuhe, Autos oder elektronischer Sozialersatz. Aber egal…
Was aber wirklich auffällt in der Überfülle angebotener Waren und Dienstleistungen, an Hilfen und Surrogaten, an gutem Gewissen und Fremdschämen ist, überall ist das Geld knapp. Dabei wird an sich das Geld immer mehr. Die Geldmenge wächst wie Brei im Topf! Doch im Markt ist es irgendwie immer nur knapp dabei, obwohl doch der Markt gerade das Geld erst vervielfacht.
Beispiel:
Jemand braucht einen Stuhl und hat kein Geld. Kauft er auf Kredit. Hat er den Stuhl und Schulden.
Der Verkäufer hat Geld, der Gläubiger die Schuldurkunde und Zinseinnahmen. Die Schuldurkunde wird mit Abschlag verkauft. Deren Käufer verpfändet sie. Der Pfandnehmer reklamiert den Nominalbetrag beim Stuhlkäufer und der zahlt auch, weil er seine Schulden loswerden will, natürlich zur Hälfte per Dispokredit.
Der Stuhl war das auf alle Fälle wert, den Preis und auch die Zinsen. Hätte man auch gleich teurer verkaufen können.
Und was für den Stuhl gilt, gilt natürlich auch für die goldene Kloschüssel.
Wobei natürlich darüber zu rätseln wäre, ob jener goldene Abort eher ein Gebrauchsgut oder ein Vermögenswert oder gar eine zukunftsträchtige Investition ist.
Natürlich kann man das Ding benutzen! Und je mehr man hineintut, desto wertvoller wird es. Das macht die Zeit. Allein mit dem Materialverkaufserlös vermöge man morgen mehr anzustellen als mit dem Geld, das heute der ganze Bedürnisort samt Schüsselgekostet hat.
Gold ist eben ein besonderer Stoff.
Wer es sich leisten will, kann das sogar testen. Gut, der Preis ist in den letzten Jahren ganz exorbitant gestiegen, aber es wird ja gemunkelt, er könnte sich im kommenden Jahrzehnt noch einmal verfünffachen.
Man nehme einen Klumpen Gold oder Opas Zähne und beobachte. Man sieht richtig, wie das Gold Rendite ausschwitzt! Die kann man abkratzen und davon sorgenfrei leben.
Das ist natürlich Unsinn. Wir haben ja oft erlebt, dass der Preis für Gold nicht nur gestiegen ist, sondern auch erheblich in den Keller rauschte. Das Geheimnis liegt woanders. Man kann es nicht lüften aber doch ganz gut beschreiben!
Merksatz 4
Gold ist wertbeständig und eine relativ statische Größe. Steigende oder fallende Preise geben nicht Auskunft über den Wert des Goldes, sondern sind ein Werturteil zur jeweiligen Geldwährung, mit der Gold gehandelt wird.
Insofern ist obiges Gemunkel über den steigenden Goldpreis ein Indiz dafür, welche Wertentwicklung beim eigenen Geld erwartet wird. Da Geld je keinen eigenen Wert hat, sondern als Tauschmittel dient, lässt das zwei Annahmen zu.
1. Da sich sicherlich nicht auch a l l e anderen Preise ganz analog anheben werden, würde sich in Zukunft eine allgemeine Verbilligung von Waren und Dienstleistungen ergeben, obwohl die Preise zu steigen s c h e i n e n. Wohl zu schön, um realistisch zu sein.
2. Da Wert eben Wert ist und Torte auch Torte, ist es unerheblich, ob ich die in 10 oder 12 oder 100 Teile teile. Ein Ganzes bleibt ein Ganzes. Und das Geld ist nur der Pfandschein als Beleg dafür, wie viele Teilstücke aktuell so eine Torte hat. Alles nur eine Sache der Verrechnungseinheiten.
Jetzt weiß ich, warum die Fachleute das Sparen als Konsumverzicht bezeichnen. Ich verzichte heute, um zu sparen und bekomme morgen weniger, weil an mir gespart wurde. Die Differenz geht an die Geldhändler, die wollen ja auch leben.
Mai 05
FranzGeld, Gesellschaft
Wenn Staaten eine Pleite droht, warum dann noch Kredite geben?
Weil es trotzdem ein gutes Geschäft ist…
1. Weil Staaten eben doch recht selten aufgelöst werden und auch bei Ausfall kann man noch verhandeln.
2. Weil man das kalkulieren kann. Solange Zinseinnahmen und eine Teiltilgung immer noch einen höheren Betrag ergeben als die Kreditsumme einer war, hat man Gewinn gemacht. Also eine Spekulation auf die Zeit.
3. Weil man ein gutes Herz zeigen kann, die Tilgung auf den St.- Nimmerleinstag verschieben und bis zu diesem Tag dann wenigstens die Zinsen kassiert. Das ist drin – und nennt sich Umschuldung. Da sind mehrere 100 % Gewinn drin.
4. Wohin sonst mit dem Geld?
Wenn man Geld hat und nicht zusehen will, wie das verlustvoll vor sich hinwelkt, muss man damit was machen und es gibt nicht viele Möglichkeiten:
1. Verschenken – schenkt man sich auch den Kommentar
2. Verkonsumieren – Prasser-Image und ständige Angst, ob es wohl reichen wird, wo man doch so lange leben will
3. Investieren – bekommt man überall den roten Teppich vor die Tür, auch bei Regen
Investieren will abgewogen sein. Wird man Unternehmer oder Geschäftsmann?
1. Glaubt man an eine Unternehmung oder hält die für wichtig, beteiligt man sich dran und sieht zu, dass die Sache vorankommt. Gewinnt man immer – nur ob es einen Ertrag gibt und der stetig ist und sich vielleicht gar in der Fratze des Verlustes zeigt, ist ungewiss. Das fordert mehr als Geld. Das braucht Engagement, Arbeitsfreude, Ideen und Hartnäckigkeit und Überzeugung.
2. Will man das alles nicht und von eigenem Zutun befreit sein, muss das Geld in Aladins Wunderlampe: eine Verzinsung muss her! Kredite, Pfandbriefe, Zertifikate, Sparanlagen und stille Beteiligungen. Wo immer das Geld eingesetzt wird, ist wurscht! Die können den Gürtel enger schnallen oder sich das Standbein amputieren, die Rendite ist verbrieft und die Forderung auch. Da geht es um keine Sache, das ist ein Geschäft.
3. Die unbekannte Unternehmung. Das ist eine Sache, von der man keine Ahnung hat, von der und die man nicht versteht. Von einem Guru wird die wie 1. angepriesen und wie 2. verkauft und garantiert auf lange Sicht das Weder-Noch. Da braucht es eine Barreserve, weil erst wachsen die Papierzahlen, auf die man dann reale Steuern zahlt und später kommt unvermutet eine traurige Nachricht. Solange man Steuern zahlen darf, trennt man sich nicht vom Goldesel und nach der Schlachtung hat man einen verkorksten Magen.
Also – und das gilt für beide Seiten am Geben und Nehmen – das Schönste ist doch, wenn man sich Verluste teilt. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Bei solidarischer Haftung sogar noch weniger. Jedenfalls auf das Ganze gesehen.
Ein Unterschied wird erst deutlich, sollte man die einzelnen Personen in der Gesamthaftung betrachten:
Der Reiche verliert von Vielem wenig.
Der Mittelreiche verliert von Einigem alles.
Der Arme verliert das, was er hatte.
Der ganz Arme verliert von Nichts auch nichts.
3. Merksatz: Immerhin die Hälfte kommt ganz glimpflich davon. Und das istjedenfalls die Mehrheit.
Mai 04
FranzGeld, Gesellschaft
Ja, sagen die Gurus. Es sei jedoch politisch nicht erwünscht, darüber in der Öffentlichkeit zu schwadronieren. Es muss Panik vermieden werden und der für alle beste Weg bedacht werden. Chaos und Hysterie könnte unabsehbare Folgen für die Weltwirtschaft heraufbeschwören… erinnert sei an die Folgen von 2008 an denen man noch zu tragen habe und die doch vergleichsweise harmlos sein würden.
Und überhaupt, die Kunst sei eigentlich nicht eine Prognose des ob und vielleicht, sondern die wahre Meisterschaft sei die Bestimmung des wann!
Das ist interessant.
So spricht doch keiner, der vom der schlichten Ereignis überwältigt ist. So spricht nur einer, der nicht nur seine Felle in`s Trockene bringen will, sondern dabei auch noch seinen Schnitt machen. Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort mit dem passenden Angebot. Möglichst allein und nicht im Pulk.
Merksatz 2:
Nimm die Meinung der Fachleute und Insider gern entgegen, nur glaube ihnen nicht. Es sei denn, du kennst das Motiv, genau jetzt und genau das und genau so zu formulieren, weil… da gehofft und gesteuert wird.
Im Übrigen bin ich bass erstaunt, dass bei allem Berechnen von Rettung und Sanierung eigentlich immer nur ein Verzögern gemeint wird, als ob man neu anfangen könnte, ohne einen Abschluß durchlaufen zu haben und dass „Sicherheit“ niemals infrage stellt, dass letztlich dem natürlichen Kreislauf nichts entgegengesetzt werden könne. War doch immer so und schon mehrfach durchlebt. Und siehe, die Welt dreht sich immer noch.
Mir dagegen scheint es eine Maßnahme zu geben, die den Kreislauf durchbricht und einen Crash für alle Zukunft ausschließt.
Komme ich noch zu…
Mai 04
FranzGeld
Zumindest scheint die dies die Grundeinstellung in unserem septischen Zeitalter. Weswegen zwar alle Geld haben wollen, es aber nicht wirklich besitzen. Verfügbarkeit muss reichen.
Früher haben die Leute Geld geradezu gesammelt und in eisenbewehrten Kisten gehortet. Die Nibelungen zwar mit Drachen aber ohne Kiste, später dann ohne Drachen aber in vielen Kisten.
Heute will man Geld schnellstmöglich irgendwie loswerden. Beäugt man so einen realen Berg an Geld in Münzen und Bündeln, stellt sich sofort ein mulmiges Gefühl ein. Reales Geld ist nicht nur dreckig, es ist auch noch verlustgefährdet. Weg damit.
Man kann das tatsächlich beobachten, ausnahmslos alle haben einen erleichterten Gesichtsausdruck, wenn sie eine größere Bargeldsumme erst mal losgeworden sind. Sie fühlen sich befreit und wahrhaftig erleichtert.
Zumeist wird es zur Bank gebracht und gegen Zahlen auf einem zettel oder im Computer eingetauscht.
Wenn ich es recht bedenke, eine merkwürdige Sicherheitsverwahrung. Schließlich bestehen Banken fast ausschließlich aus Schulden! Da sind die wackligen Kredite, die die Banken vergeben haben, und da sind die hauseigenen Schulden gegenüber den Anlegern und Sparern.
So ein Schuldenhochhaus gilt aber heute als sicherster Ort für Geld.
Older Entries
Letzte Kommentare