Man kann sich auch gegen die Vernunft entscheiden.

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Soviel Freiheit muss schon sein.
Überhaupt ist Freiheit eine merkwürdige Sache. Freiheit bezeichnet eine Errungenschaft, die aus Verlusten besteht. Frei von… was eigentlich? Freudvoll will sich niemand erinnern. Frei von Sorgen in all den Nöten.

Merke: Der mündige Bürger ist nicht frei. Auf ihm lastet Verantwortung.

Oder sollte Freiheit reduziert sein auf das positive Sein, überhaupt eine Wahl zu haben? Das wäre sicher ein Missverständnis. Um eine Entscheidung zu treffen, bedarf es keiner vorgelagerten Wahlmöglichkeiten.

Wahrscheinlich beschreibt Freiheit jenen Zustand, in welchem man von der Notwendigkeit zur Entscheidung enthoben ist.

worüber ich mich heute gefreut habe

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Nicht immer, natürlich nicht. Aber immerhin so oft wird meine lästige Meinung in den öffentlichen Medien bestätigt, dass ich meine ureigenen Selbstgewißheit nicht fatal finden brauche. Eigene Erfahrungen wiegen eben schwerer als jedes Hörensagen von Autoritäten. Gewöhnlich muß ich auf solche Bestätigungen zwischen 7 bis 15 Jahre warten.
Ich kann verschmerzen, dass diese “Neuerkenntnisse” von neuerlichen autoritäten verkündet werden und meine Lästigkeitskonstante erhalten bleibt. Ich freu mich dann nur.
Heute ist so ein Tag.

“Psychologie heute”, März 2012

- “Dumme Dinge . Wie manche Maschinen unsere Intelligenz ruinieren” , wolfgang Schmidbauer ab S. 44

Ich wage zu behaupten, dass später auch vom Verlust der Sozialität gesprochen wird, “Burn Out” nicht auf Überlastung durch Ehrgeiz, sondern auf Sozialitätsverlust zurückgeführt wird und die “Schwarmintelligenz” gar keine ist, sondern nur eine selbstregelnde Mehrheitsbestimmung…

- “werfen Sie einfach eine Münze…” meint Gerd Gigerenzer (MPI für Bildungsforschung) ab S.64 und ersetzt damit auch eine überoptimierte Strategieplanung mit Kommissionsfindungskommissionen…

während die physikalische Abschaffung der “Zeit” (wegen diverser Axiomswidersprüche) mit philosophischen Termini diskutiert wird, sollte man meinen!, sollte Philosophie, Psychologie und Soziologie ernstlich die “Zeit” mal wieder als Determinante im sozialen Entwicklungsprozeß entdecken und nicht nur der Ökologie und Ökonomie als Werteinheit überlassen…

- “Das nervt! warum wir auf die Zumutungen des Alltags nicht gelassen reagieren können” ab S. 20 + Folgebeiträge

Wunderschönes Heft diesmal.
Und wenn ich schon dabei bin, kann ich auch gleich der vorwochenfreude etwas nachhängen und das Februarheft von “soziologie heute” (www.soziologie-heute.at) verweisen. Die moderne Freiheit schafft das Zeitalter der Angst.
Obiges Heft spricht von der “Lust am Umtergang”, S. 40, und dieses hier titelt: “Der Umgang mit der Unsicherheit. eine kultursoziologische Betrachtung”.
Fand ich gut.
Und erinnerte mich an den “Spiegel” 6/2012 ab s. 52: “Frei schwebend in der Wolke – Der Software-Konzern IBM plant eine Radikalreform seiner Belegschaft. ein internes Papier zeichnet die Blaupause für die Arbeitswelt von morgen: Kleine Kernmannschaften dirigieren ein Heer freier Mitarbeiter – weltweit.”

nunja, das hat die Logistikbranche ja schon hinter sich und dabei Unmassen von sauglücklichen freier Kleinunternehmern geschaffen, die regelmäßig nach 2-5 Jahren den finanziellen Offenbarungseid leisten und dafür 15 schneller gealtert sind. die positive Seite dabei ist, die großen Logistikanbieter sind darüber ökologisches Vorbild geworden – sie besitzen ja selber keine Fahrzeuge mehr… Preise und Medaillen haben sie vom Staat dafür schon bekommen…

Die Zukunft macht einfach neugierig.

„Worüber ich mich heute (nicht) geärgert habe…“ 09.11.

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Jaaa… das Gewissen. Wieviel ist die eine Frage, zu welchem Preis eine andere.

Die Gesetze der Physik lassen sich eben nicht aushebeln, weder real noch virtuell, weder im Stabilbaukasten noch in der Sozialität.
Aktion = Reaktion

Das gilt tatsächlich, auch wenn man daran zweifelt. Manchmal hört man sich die Ohren wund im Glauben, eine Reaktion gefordert zu haben. Ging man von falschen Voraussetzungen aus. Sagen wir mal, ein bereitwilliger Mensch ergattert einen Bürojob mit der konkreten Arbeitsaufgabe, die Fensterscheibe dünn zu gucken… Darf man wohl keine schnellen Ergebnisse erwarten.
Da stimmen dann Ziele, Mittel und Bedingungen nicht.

Deutsches Ärzteblatt, Jg 108, Heft 42, 21.10.2011, berichtet…
über eine weltweite Epidemie psychischer Erkrankungen und zitiert das World Economic Forum (WEF) und die Harvard School of Public Helth, deren Septemberbericht 2011 davon ausgeht, dass derzeitige Jahreskosten von 2,5 Billionen Dollar für psychische erkrankungen demnächst leicht auf 6,0 Billionen steigen könnten.
Schon die Aufzählung der vorhandenen und notwendigen Behandlungsressourcen läßt keinen Zweifel: sollte dies ein Ziel sein, wäre das leicht zu erfüllen.
Es gibt jetzt die “Grand Challenges in Global Mental Health Initiative” mit 400 Experten aus 60 Ländern, die in 184 Staaten zur Anwendung kommt. Dazu haben sich weitere 95 Institutionen und knapp 2000 Einzelpersonen zu einem Netzwerk “Movement for Global Mental Health” zusammengeschlossen, um die uralte “Call for Action” mit Leben zu erfüllen.
( http://www.globalmentalhealth.org )

Schade nur, dass die von der Pharmaindustrie unterstützte Suche nach der Verbesserung der medizinischen Behandlung psychischer Erkrankungen zwar auch eine Klitzekleinigkeit Prävention beinhaltet, nicht aber wirklich nach grundlegenden Ursachen für diese Krankheiten sucht.

“spiegel wissen” spricht vom “Gau für den Sozialstaat” und meint lapidar zu 50 Milliarden Behandlungskosten in Deutschland allein nur für “…ich habe Rücken…”:
Unzufriedenheit am Arbeitsplatz macht Millionen Menschen rückenkrank!
(es kam also nicht auf ergonometrische Arbeitsplatzeinrichtungen an, oder?)

Aber was soll`s?
Ein kleiner Nebensatz in einem ganz anderen Zusammenhang hat mich aufhorchen lassen.
Ich hatte mich doch kürzlich mit Eifer empört, das die Demokratieerfinder jetzt auch noch abstimmen wollen und damit einhellige paneuropäische Aufregungen zugespitzt… Hatte ich doch?

Nun im “Focus Money”, Nr. 46 vom 09.11.2011 liest sich das so:

“Doch ist die Euro-Krise so weit fortgeschritten, dass Euro und Demokratie offenbar nicht mehr zusammen, sondern nur noch alternativ zu haben sind.”

Wenn das sich rumspricht, wird Europas Elite ganz sicher gemütskrank! Wir sollten ein paar Billionen zur Behandlung in Reserve halten…

Potential bewahren

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Der Mensch an sich ist so. schon immer gewesen. Die Flohmärkte jeder Couleur gedeihen.
Wie man etwas kauft, was man nicht braucht, aber haben will, kann man sich Gedanken aufschreiben, die man ja schon im Hirn hatte. Warum ist so?
Dieses Sammeln folgt ganz sicher zwei sich ergänzenden Sichtweisen. Erstens gibt es den Vollständigkeitsfanatiker und zweitens den Blütenleser. Der eine ist Dokumentarist und der andere ein Ästhet. Beide schaffen damit einen Wert, an dem sie sich orientieren und damit gleichzeitig den Wert des anderen entwerten.
Dabei gehören Prozess und Ergebnis zusammen. Die kann es nur zusammen geben. Ohne Ergebnis verliert sich jedes Tun in der Erinnerung (Die Dampfmaschine des Heron von Alexandria) und ohne Entwicklungskunde staunt man wissensfrei (Schatz des Priamos).

„Aus Erfahrung gut“ hieß mal ein Werbeslogan. Auch das kann schief gehen, wie die „Allgemeine Electricitätsgesellschaft“ zeigte. Erfahrung ist die Kenntnis des Weges zum gewünschten Ziel.
Aber man kann eben nie wissen…

Und manchmal ist man einfach nur überrascht. Solche Momente sind einmalig. Die kann man bewahren, aber nicht sammeln – und haben gerade deshalb bleibendes Potential. Man weiß eben nie…

Weil gestern der Goldpreis um 14 Punkte abgestürzt ist, fand ich heute den Aufsatz von Georg Karahalios äußerst interessant: „Ab wann ist Gold zu wertvoll? Der Entwurf einer Ausstiegsstrategie aus dem Gold“ Ich wurde nicht enttäuscht.
„Bewahren“ will ich mir aber eigentlich eine Formulierung dieses Textes, die so pointiert ist, das sie für mich das „Gold“ dieses Textes ist.

„Schulden sind heute der Eckpfeiler jeder Beziehung – der Beziehungen zwischen Familienmitgliedern, Berufsgruppen, der lokalen Bürgerschaft, Aktien-, Anleihe- und Rohstoffmärkten, und jetzt sogar der Beziehungen zwischen den Nationen!
In der westlichen Welt tritt das Problem jetzt sehr klar zutage: Es gibt schlicht nicht genug Einkommen, um die Schuldenlast zu bedienen.“

Da sträubt sich alles (zumal wenn man die Reihenfolge ernst nimmt), aber wenn man die im Satz vorgeführte Entrüstung „…und jetzt sogar…“ genauer betrachtet, folgt man den Spuren der Globalisierung und merkt, „Schulden“ sind nicht „Geld“, sondern „in der Schuld stehen“ und meint die wechselseitige Verpflichtung.

Und schon sinnt man über das Wesen des benannten „Einkommen“nach.

Wenn der „Spiegel“ in die Knie sinkt, ist es Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen…

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„Der Mann, der die Zukunft erfand“ und „Banker, hört die Signale“ sind zwei Artikel, die im Heft 41/2011 jenes Nur-Glotzen dokumentieren, wenn denn alle intellektuelle Kraft auf die Verweigerung konzentriert ist.
Da Zukunft nicht verhinderbar ist, kann man die wohl kaum erfinden. Wenn gescheiterte Ansätze im Nachgang durchgesetzt werden, kann man ganz bestimmt Durchsetzungskraft bewundern, keinesfalls aber den Messias feiern.
Immer, wenn eine Teilnehmermasse das Gleichgewicht verändert, kommen Steine ins Rollen. Den betörenden Klebstoff zu schaffen, welcher gravitätisch die Masse bindet, kann durch Wissen, durch Überzeugung, durch Manipulation oder durch Gaukelei, durch Ängste und Sehnsüchte, durch Bequemlichkeit oder exklusive Eitelkeit bewirkt werden. Wird ein Feuer ganz intensiv bewartet, saugt es aus immer ferneren Gegenden und immer schneller den Sauerstoff an, lodert heller und größer – und erstickt dann selbstverzehrend.
Verlohnt es denn, ausgeschlagene Alternativen aufzuspüren? Vorbei ist vorbei. Die Zukunft wird davon nicht ärmer . Und linear auch nicht.
Wo sind eigentlich die Diplomtaxifahrer von Kairo? Die Gesamtmasse an Unzufriedenheit hat die gesellschaftlichen Hierarchien im arabischen Raum zersprengt und viele namenlose Helden für die Geschichte hinterlassen. Sonst noch etwas?
In den USA wächst jetzt eine Welle der Unzufriedenheit. Der Spiegel berichtet…. Nichts! Die Demonstranten wollen ein größeres Stück vom Kuchen. Aber der Kuchen soll so bleiben, wie er ist. Er wird nie für alle reichen. Was soll draus werden? Ein Rotationsprinzip der Verteilung? Einen gerechten Anteil am Mangel?
Was KÖNNTE denn draus werden?
„Lieber nicht! Wir werden doch nicht unsere eigenen Überzeugungen in Frage stellen…“ schweigt der Spiegel.

wiederentdeckt

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so schrieb ich denn als Antwort an den Torschützenkönig am 22. vor einem Jahr:

“Mal ein Beispiel zum Muttermilchlebensgefühl: nördlich und südlich der Alpen…
Ein Deutscher nimmt einen Kredit auf und hat ein Problem: wie soll er den nur zurückzahlen….?
Ein Südeuropäer nimmt einen Kredit auf und hat kein Problem. Alles so, wie er es wollte. Bestens. Das Problem hat der Kreditgeber…”

Mir scheint das aktueller denn je, obwohl draus gelernt wurde. Die Kreditgeber wandeln sich zu Gläubigern und geben das Kreditrisiko einfach weiter. Hat bei Verbriefungen schon mal geklappt und scheint jetzt ganz ohne Pfand erneut zu klappen. Man trennt den Gewinn vom Risiko und verkauft letzteres weiter.
Ich rede natürlich von den Banken. Genau genommen waren die nie nur Gläubiger, sondern immer auch Schuldner gegen ihre Sparer, Anleger und Kontoführungsverpflichteten. Die wußten nur nie genau, ob sie nicht nur Gläubiger ihrer Einlagen waren, sondern vielleicht zusätzlich auch Bürgen für das Bankenroulette.
Jetzt wird das Risiko gestreut und somit “gemindert”. Die Weitergabe der Kreditrisiken an Zentralbanken verteilt die Risiken gleichmäßig auf alle Währungsnutzer. Das klassische Schneeballsystem also…
(Besonders clever sind dabei die Italiener. Bis gestern befanden sich Schuldner und Gläubiger innerhalb der Landesgrenzen. Jetzt konnten sie die Risiken exportieren… )

Aber wir sollten uns nicht aufregen. Die Grundregel lautet seit eh und je und tausenden von Jahren:
Schulden sind die sicherste Währung!

Gut, wenn man die ausreichend im Depot hat…

Noch MUSS man ja nicht

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daran denken, kann das aber schon. Unterdrücken lassen sich Gedanken ja nicht, jedenfalls nicht bewusst. Naja, unbewusst auch nicht wirklich. Es soll ja Gurus geben, die entflüchten können, weil sie gleich allem entschweben. Aber erstens macht sich das im fließenden Strom des Alltags nicht ganz so gut und zweitens ist diese disziplinierte Technik nicht jedem gegeben. Bleibt für den Normalmenschen eben nur die bewährte Methode: Ablenkung durch Konzentration. Fatal nur, die Ersatzsorge muss dringlich sein oder zumindest mit verzehrender Spannung.
Auch so ein Problem, wo findet man die, wenn sie wirklich gerade gebraucht werden?
Ist doch so. Ständig wird man von Nöten umwuselt und bedrängt, was nachhaltig lästig ist und die Lebensqualität entscheidend einschränkt, aber wenn man sie mal braucht – bis hinter den Horizont nichts Brauchbares in Sicht!
„Dessen Sorgen möchte` ich haben!“ – ich hör das schon als durchaus übliches Abgetan. Besagt doch aber nur, der Glückliche hat andere und dringende Nöte und folglich keine Zeit und keine Energie für zusätzliche Mätzchen. Fragt man aber zurück, wird es meist vage. Der Alltag, die Familie und überhaupt – da häuft sich einiges an, man müsse jetzt wohl… die Zeit drängt!
Sag ich doch! Hilfe wäre Ablenkung durch Konzentration auf was anderes…

Schon mal dran gedacht, dass bald Weihnachten ist?
Die friedliche Besinnlichkeit dieser Zeit besteht doch eigentlich in der Gewissheit, nun sei der Alptraum bald vorbei, sowieso nichts mehr zu stemmen und zu reißen, jetzt müsste nur noch kurze Zeit durchgehalten werden und dann sei man wieder vom Alltag erlöst. Der Gedanke führt zu Milde und Duldsamkeit. Da passt es doch perfekt, wenn einige Leute erlösertechnisch von Beginn, Aufbruch und besserer Zukunft reden. Jedenfalls hat man schon mal den Dauerstress der gehetzten Vorweihnachtszeit hinter sich. Die eigentliche Hürde hat man schon genommen und jetzt die Frei-Zeit achtsam und konzentriert die üblichen Folgen auszuhalten.
Schon bald die Glöckchen wieder klingeln…

Was für ein Ersatz

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“Siri” ist bestimmt ein Fehler, richiger wäre “Sidi” gewesen.
Sprachsteuerung am PC. Bei apple kommt die Sprache zurück in das Telefon, nur der Teilnehmer wechselt.
Ich meine, früher habe ich mich geärgert, dass die Technik nicht das Ergebnis hervorbrachte, was ich beabsichtigt hatte, jetzt muß ich vielleicht zusätzlich mit dem Teil auch noch diskutieren!

Der allerschönste Satz…

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steht im Spiegel 40/2011. Das muß man anerkennen.
Wahrscheinlich haben die Redakteure dies nicht mal mitbekommen, soviel Zubilligung muß schon sein. Dem Spiegel sei also gedankt und er sei gleichzeitig entschuldigt.
Gleichsam als Akt eines unterbewußten Selbstschutzes findet sich jener Satz nicht an exponierter Stelle, sondern in den kulturellen Anhängen, dem entspannenden Austrudeln nach den hochwichtigen und hauseigenen Menetekeln zu Welt- und Wirtschaftsgeschehen. So kommt es zu einer recht eigenwilligen Hintergrundbeleuchtung dieses Bühnenstücks, was vorangegangene Artikel zwar stark konturiert aber ohne inhaltliche Fasson erscheinen läßt.

Wenn Hans Magnus Enzensberger sein Panoptikum ausbreitet und dazu mit “Märchenstunden” titelt, darf man ruhig neugierig sein. Und nicht nur neugierung, sondern in angespannter Erwartung. Gleich und noch im Titel heißt es denn: “Erste Lieferung: Rätselhafte Wirtschaftswissenschaften”
“Rätselhafte Wirtschaftswissenschaften” ist ja ein alter Hut und sozusagen Gemeinplatz, die 1. Lieferung läßt jedoch auf mehr hoffen!

Aber gut. Jetzt endlich der schöne Satz, der schönste Satz. Unkommentiert und aus dem Zusammenhang gerissen und trotzdem überzeugend.

“Um ein wenig Licht in die Sache zu bringen, müßte man wohl oder übel ins Detail gehen, und das heißt, auf generalisierte Thesen verzichten und die Wissenschaft den Wissenschaftlern überlassen, auch wenn das dem Fachmann nicht erlaubt ist.”
Da können einem die Ökonomen doch fast richtig leid tun, oder? Trösten wir sie ruhig mal: Nie stimmt irgendwas und immer kommt es doch anders – in dieser Gewißheit hat sich bisher jedes Bemühen immerhin bewährt.

Auch Optimismus kann ängstigen, sehr sogar

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„Krank und Allein“ heißt der Artikel im „Zeit Magazin“ September. Jedes einzelne ist schon schlimm, die Kombination sicher schrecklich. Zumal es im Artikel um Kinder geht.

Und dann steht da ein harmloser Satz:
„Etwa jedes vierte Kind in Deutschland zeigt psychische Auffälligkeiten, vor 10 Jahren war es nur jedes fünfte.“

Um den Schock zu verdauen, kann man ruhig mal flapsen und unter Eltern versichern, dies sei ja an jeder Schulklasse erkennbar, 20 Prozent haben eine Macke, den Lehrer nicht mitgerechnet. Der Wahnsinn lauert überall.

Dann zeigt sich der Artikel optimistisch und versichert, vielen könne geholfen werden und die Behandlungsmöglichkeiten werden immer besser, die Erkenntnisse auch – lediglich an Geld und Fachkräften fehle es noch.

Was im Artikel nicht auftaucht, wäre die Frage, warum in 10 Jahren die Zahl der betroffenen Kinder um 25 % gewachsen ist. Und damit sind auch insgesamt nun 25% aller Kinder betroffen.
Dieses „Warum“ ist nicht beantwortet mit den wachsenden Erkenntnissen über die Mechanismen und Präferenzen für eine psychische Erkrankung oder irgendwelche erblichen Belastungen. All dies ist sicher wichtig – war aber vermutlich schon immer so gegeben.
Neu ist doch: Die tatsächlichen Krankheitsfälle nehmen zu! Warum?

Oder klarsichtiger formuliert:

Die Zahl der Gesunden nimmt rapide ab.

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