„Worüber ich mich nicht nur heute (nicht) geärgert habe…“

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Wunderbare Entwicklungswelt. Es geht immer weiter. Für den Wettstreit der Meinungen gilt seit jeher:
Wer keine Argumente hat, braucht eine Mehrheit.
Ach Sokrates, du warst Töpfer.

„Worüber ich mich heute (nicht) geärgert habe…“ 11.11.

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Mist! Keine Zeitung im Kasten. Ärgerlich, kann aber mal vorkommen. Als ich dann entspannt vergnügt, kaffeeduftumwabert gestrige Wochenzeitung durchdrang, klingelte entfernt ein Wecker, zeitgleich zum Briefkastengeklapper… Eine Stunde zu früh aufgestanden!
Da begann doch der Tag gleich mit einer Inflation an Zeit. Wie soll das enden?

ohne Worte…

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Der Beginn und der Erhalt jeder Gemeinsamkeit wurzelt darin, dass man miteinander redet.
Wer nichts zerreden will, sollte genau damit anfangen.
Obacht, miteinander ist wesensverschieden von zueinander.

Ehrlich gesagt

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Mich interessieren ja eine ganze Menge Sachen, wesentlich mehr, als hier an dieser Stelle je benannt wurden. Aber was heißt das ?
Nun, Interesse ist ja verschieden ausgeformt. Von bloßer Neugier über Entdeckerfreude bis dahin, seine Interessen auch zu wahren und durchzusetzen. Ganz verschiedene Dinge also.
Nehme ich also mal weniger das Interesse und bleibe bei interessant. Da nehme ich zur Kenntnis, höre hier und entdecke dort und suche vielleicht auch zielgerichtet nach ergänzenden Informationen.
Erste Feststellung: Es gibt eine ganze Anzahl.
zweite Feststellung: Es sind sogar zu viele.

Da liegt das Dilemma:
Wusste man ehedem nicht, wo man suchen sollte, um rare Quellen zu erschließen, wird man heute derart überflutet, dass man den Wassern nicht Herr werden kann. Mehr ist weniger. Denn galt ehedem „besser als nichts“ und vertraute auf Substanz, ist heute „substantiell“ kein Kriterium mehr, wenn falsch von wahr, toxisch von belebend in der Überfülle geschieden werden müssen und schon klar ist, die Zeit wird zur umfänglichen Kenntnisnahme allein schon nicht ausreichen. Und wenn schon das nicht zu schaffen ist, ist jedes Stückwerk gleich von jedem Sinn enthoben.

Vermeintlich wird so jedes Mühen sinnlos….
(Ist dies nicht gar der Ausgangspunkt von Goethens „Faust“? Oder war dies das Ende?)

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Wer sich zu einer Antwort durchgerungen hat, braucht die wohl nicht von mir.
So geht es denn also nur darum, innerhalb der Eckfahnen des Vertrauens eine Verdichtung und Kompression vorzunehmen und Erfahrung mit Erfahrungen anzureichern, die ausreichend wahrhaftig und wahrscheinlich sind, um auch als wahr zu gelten. Irrtümer inclusive.
(Dafür standen mal die Künste, als deren Wert noch Sinn und noch nicht Ware und Spektakel waren.)

Maß und Sortierhilfe sind der Vergleich.
Das gilt nicht nur für Meter und Kilo, sondern ganz besonders auch für Usus und Befinden.
Nur aus sich selbst geschöpft ist keine Erkenntnis möglich.

Nun frag ich mich vernehmlich, wieso ich hier niederschreibe, was ich vorher schon gedacht habe? Welchen Wert soll diese Mühe haben?

Und wieder ehrlich eingestanden, ganz so ehrlich ist dieser Text wohl auch nicht. Nicht mal gemeint. Ehrlich!

Ich meine…

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schon immer kamen die Japaner mit ihren Kameras gern nach Deutschland, um den lebendigen Trachten- und Mittelalterfreizeitpark in Europa abzulichten. Was sie nicht aufnehmen konnten, war die in moderne Zeiten transformierte Zunft- und Gildeordnung und die “Denke” der Eingeborenen.

Am Beispiel erläutert:

In der “Psychologie heute”, September 2011, läßt man Herrn Günter Grzega aus Treuchtlingen zu Wort kommen, um ausführlichst darzulegen, dass für ihn die Bemühungen um den Ausbau des Krippenangebots in Deutschland “nichts anderes als den Aufruf zur vorsätzlichen Kindesmißhandlung und Mißachtung der Würde der Kinder” bedeuten.

Nun jedem die Freiheit der Gedanken, aber mir will scheinen, diese Psychologie ist eben nicht nur von heute…

Ganz unvermutet und unerwartet befasst sich auch heutiger ” focus money” mit dem Thema, zumindest der Chefredakteur Frank Pöpsel im Editorial. Der Mann hat meine Sympathie mit diesem Text und allein dieser Text lohnt schon den Kauf des Heftes. Eine herrliche Auflistung, wie sich obige “Denke” detailgetreu im Ordnungswesen materialisiert.
Ein kurzes Zitat: “Auf die Frage, warum die Deutschen lieber teure autos fahren, als Kinder großzuziehen, gibt es viele Antworten. Eine mögliche ist: Weil es einfacher ist, eine Genehmigung für eine Tiefgarage zu bekommen als für einen Kinderspielplatz.”

Was hat den Mann nur geritten, dort, wo es um Geld und Vermögen und Wertanlagen gehen sollte, sich mit Kindern und deren Erziehung zu befassen?

Ein wunderbarer Text, der jede Psychopflege unnötig macht…

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Und ganz und gar passend für das aktuelle Zeitgeschehen ist. Turbulenzen in Weltwirtschaft und Finanzakrobatik, Atomunfälle und –ausstiege, Chaoten in London, Revolutionen in Afrika und Nahost, Staatspleiten und Rettungsfonds, Klimakatastrophen, Demokratisierungen von Konzerninteressen in Teegesellschaften, allgemeine Pleiten, Pech und Pannen, geplante und vergessenen Hungersnöte in Afrika und Guatemala, Kriege rund um die Welt, die Flucht in die Individualität und die einsamkeit sozialer Netzwerke und der Ätna erleuchtet wieder einmal den Himmel…
Aus „Der Schatten des Malers“ von James Wilson
„Nein, denn unschuldig zu sein, bedeutet nicht nur, ohne Fehl und Tadel zu sein – wenn wir wirklich ehrlich sind, bedeutet es auch, kindisch verrückt und unwissend (Schrecken aller Schrecken!) zu sein und keine Ahnung zu haben, wie es in der Welt wirklich zugeht. Aber wie ich dort saß, einen Becher braunen Sherry in der Hand, und Mrs. Bennetts ungekünstelte Freude über den Sonnenschein auf dem schlammigen Wasser und die Liebkosung der Kühlen Luft an ihrer Wange beobachtete; ihr Vergnügen in Gesellschaft von Freunden, die noch am Leben waren, und ihre Erinnerungen an jene, die tot waren, da konnte ich nicht umhin, darüber nachzudenken, ob nicht vielleicht wir die Verrückten waren – denn haben wir nicht, in unserem gedankenlosen Bemühen, praktisch und vernünftig zu sein, Stärke mit Schwäche und Schwäche mit Stärke verwechselt? Sie ist eine ältere Frau; DIE IHREN Teil an den Tragödien und Niederlagen erfahren hat, die niemandem von uns erspart bleiben; und doch hatte sie das auf wundersame Weise nicht verbittert oder auch nur die mädchenhafte Liebenswürdigkeit ihrer Seele angegriffen – welche Spuren auch immer es an ihrem Äußeren hinterlassen hatte. Immer noch (man konnte es der Heiterkeit dieser so erstaunlich jungen Stimme entnehmen) empfand sie Vergnügen an der schlichten Tatsache zu leben, zu lieben und geliebt zu werden, sich an der Schönheit von Gottes Schöpfung zu erfreuen – und sicher bezog sie daraus mehr Kraft und Lebensmut als der abgebrühteste Zyniker, der glaubt, die Nichtigkeit des Lebens durchschaut zu haben und es sich nun so angenehm wie möglich zu vertreiben sucht, bevor es ihm genommen wird?“
Nicht?
Vielleicht weil wir einfach heute keine Zeit mehr dafür übrig haben, die an die Schlichtheit der Tatsache zu verschwenden, nur zu leben und sie so gänzlich für Geschäfte und Vergnügen aufbrauchen.

Selbstverständnis

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Lange Jahre habe ich mich geradezu zwanghaft verwundert und gegrämt, warum wohl keiner was mit mir zu tun haben wollte.
Jetzt bin ich froh darüber. Endlich frei.

unleugbar

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Schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde, ist der IHM erbrachte Respekt das Wahre wunder.

PS
Die Frauen hat er ja ganz gut hingekriegt. Nur, woran erkennt man die?

Verortet

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Der Schwarm schwärmt.
Die Herde grast.
Das Rudel jagt.
Die Rotte folgt.
in der Horde jeder sich…

Niemandskind

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Der Kuckuck ist verstummt.
Die Schwingen sind geknickt.
Die Heimstatt ist verloren.
Erwachsen!

Die Welt ist gross.
Die Welt ist blind.
Es ist ganz leicht.
Nicht selbst sein.

Der gute Weg geht.
Unbeirrte Irre da.
Hier Ordnung glänzt.
Folge richtig.

Alle denken mit.
Niemand fragt da nach.
Keiner fordert unerfüllt
Horizonte im Spiegel.

Reigen dahinter überall.
Kammerton A getaktet.
Drohnenschwarm.
Verpasst. Mich.

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