Aug 10
FranzAllgemein, Selbstbetrachtungen
Und ganz und gar passend für das aktuelle Zeitgeschehen ist. Turbulenzen in Weltwirtschaft und Finanzakrobatik, Atomunfälle und –ausstiege, Chaoten in London, Revolutionen in Afrika und Nahost, Staatspleiten und Rettungsfonds, Klimakatastrophen, Demokratisierungen von Konzerninteressen in Teegesellschaften, allgemeine Pleiten, Pech und Pannen, geplante und vergessenen Hungersnöte in Afrika und Guatemala, Kriege rund um die Welt, die Flucht in die Individualität und die einsamkeit sozialer Netzwerke und der Ätna erleuchtet wieder einmal den Himmel…
Aus „Der Schatten des Malers“ von James Wilson
„Nein, denn unschuldig zu sein, bedeutet nicht nur, ohne Fehl und Tadel zu sein – wenn wir wirklich ehrlich sind, bedeutet es auch, kindisch verrückt und unwissend (Schrecken aller Schrecken!) zu sein und keine Ahnung zu haben, wie es in der Welt wirklich zugeht. Aber wie ich dort saß, einen Becher braunen Sherry in der Hand, und Mrs. Bennetts ungekünstelte Freude über den Sonnenschein auf dem schlammigen Wasser und die Liebkosung der Kühlen Luft an ihrer Wange beobachtete; ihr Vergnügen in Gesellschaft von Freunden, die noch am Leben waren, und ihre Erinnerungen an jene, die tot waren, da konnte ich nicht umhin, darüber nachzudenken, ob nicht vielleicht wir die Verrückten waren – denn haben wir nicht, in unserem gedankenlosen Bemühen, praktisch und vernünftig zu sein, Stärke mit Schwäche und Schwäche mit Stärke verwechselt? Sie ist eine ältere Frau; DIE IHREN Teil an den Tragödien und Niederlagen erfahren hat, die niemandem von uns erspart bleiben; und doch hatte sie das auf wundersame Weise nicht verbittert oder auch nur die mädchenhafte Liebenswürdigkeit ihrer Seele angegriffen – welche Spuren auch immer es an ihrem Äußeren hinterlassen hatte. Immer noch (man konnte es der Heiterkeit dieser so erstaunlich jungen Stimme entnehmen) empfand sie Vergnügen an der schlichten Tatsache zu leben, zu lieben und geliebt zu werden, sich an der Schönheit von Gottes Schöpfung zu erfreuen – und sicher bezog sie daraus mehr Kraft und Lebensmut als der abgebrühteste Zyniker, der glaubt, die Nichtigkeit des Lebens durchschaut zu haben und es sich nun so angenehm wie möglich zu vertreiben sucht, bevor es ihm genommen wird?“
Nicht?
Vielleicht weil wir einfach heute keine Zeit mehr dafür übrig haben, die an die Schlichtheit der Tatsache zu verschwenden, nur zu leben und sie so gänzlich für Geschäfte und Vergnügen aufbrauchen.
Jul 25
FranzSelbstbetrachtungen
Lange Jahre habe ich mich geradezu zwanghaft verwundert und gegrämt, warum wohl keiner was mit mir zu tun haben wollte.
Jetzt bin ich froh darüber. Endlich frei.
Jul 21
FranzSelbstbetrachtungen
Schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde, ist der IHM erbrachte Respekt das Wahre wunder.
PS
Die Frauen hat er ja ganz gut hingekriegt. Nur, woran erkennt man die?
Jul 20
FranzSelbstbetrachtungen
Der Schwarm schwärmt.
Die Herde grast.
Das Rudel jagt.
Die Rotte folgt.
in der Horde jeder sich…
Jul 20
FranzSelbstbetrachtungen
Der Kuckuck ist verstummt.
Die Schwingen sind geknickt.
Die Heimstatt ist verloren.
Erwachsen!
Die Welt ist gross.
Die Welt ist blind.
Es ist ganz leicht.
Nicht selbst sein.
Der gute Weg geht.
Unbeirrte Irre da.
Hier Ordnung glänzt.
Folge richtig.
Alle denken mit.
Niemand fragt da nach.
Keiner fordert unerfüllt
Horizonte im Spiegel.
Reigen dahinter überall.
Kammerton A getaktet.
Drohnenschwarm.
Verpasst. Mich.
Jul 11
FranzSelbstbetrachtungen
glänzt entweder in Selbstzufriedenheit oder…
Letzteres kann vieles sein.
Ich fang ein neues Leben an.
Jul 05
FranzAllgemein, Selbstbetrachtungen
schützt nur Ignoranz vor Schwindel. Aber ein Allheilmittel ist das nicht. Letztlich ist Schwindel ja auch irgendwie gewünscht. Der eine und der andere auch!
Nach chinesischer Weisheit ändert sich die zugemessene Lebensspanne um keinen Deut, ob man die nun mit Lust oder Frust verbringt, sich ärgert oder freut. Das sei egal.
Mag ja sein, ich habe wirklich keine Ahnung, aber wenn das so völlig egal ist, stört es ja nicht, wenn ich ganz anderer Meinung bin. Auch im Bodenlosen gibt es gute Gründe. Darauf kann man aufbauen.
So rast die Erde mit schwindelerregender Geschwindigkeit durch das All, obwohl mir kein bisschen schwindlig dabei wird. Aber geschwindelt ist das trotzdem nicht.
Gleicherart ist auch unser verbissener Kampf gegen die Klimaerwärmung zu verstehen. Obwohl es immer kälter wird. Aber das ist ja nun geklärt. Irgendwie ist nun ausgerechnet jetzt so eine Phase geminderter Sonnenaktivität, weswegen es eben kälter wird und zudem reflektieren unsere Luftverpestungen erhebliche Sonnenwärme zurück ins All, bevor die zu uns durchdringt. Na so was aber auch! Aber wehe, wehe, wenn die Sonnenwärme wieder durchdringt: dann wird es wieder wärmer. Und nicht nur das. Dann wird es heiß.
Und ebenso lustig finde ich, wenn jetzt in deutscher Parteienlandschaft nach jahrzehntelangem Kampf gegen Steuererhöhungen nun ein Gemetzel gegen Steuersenkungen anhebt.
Was eigentlich wollen die von mir? Warum teilen die das mit?
Von diesem Schwindel wird mir wirklich schwindlig!
Da rettet mich eigentlich nur die Rage, die schiere Wut.
Nicht mal die höheren oder abgesenkten Steuern. Was mich mordlüstern macht sind die verqueren Begründungen und die Einsicht, dass die Halunken mit diesen auch noch goldrichtig liegen. Die Signalworte auf der Verpackung tun ihre Wirkung, ganz gleich, was dann wirklich in das Schächtelchen gelegt wird.
Am allerallerdringlichsten befürworten all jene Leute die Steuersenkungen, die gar keine Steuern zahlen! Also auch nichts davon haben. Das ist wahre Großmut und echte Solidarität.
Solche Selbstlosigkeit könnte mich zur Demut bringen und Tränen der Rührung hervorzaubern, wenn ich nur eine Sekunde daran glauben könnte, sie wüssten, was sie tun.
Denen braucht nicht vergeben zu werden. Auch das würden sie ignorieren.
Jun 28
FranzSelbstbetrachtungen
Soll eine sich ewig erneuernde EndlosTVSerie sein, über die ich mich aus Unkenntnis nicht äußern könnte, wenn nicht schon die Tatsache ewiger Publikumsgunst Respekt und Anerkennung abfordern würde.
„Vom Winde verweht“ heißt ein verfilmter Roman, für den dieser Tage irgendein Jubiläum anstand.
Den hatte ich aber einst gelesen, den Film aber bisher nicht gesehen. Aus der Fülle der Erinnerungen haben zwei Sachen beständig die wechselnde Hitliste angeführt. Zum einen natürlich die „Ohnmachtsflasche“ in Miss Pitty`s Apothekerschränkchen und zum anderen das Eingeständnis von Rhett, dass man erst nach dem Verlust ermessen könne, was für eine erdrückende Last der gute Ruf ist.
Habe ich mich immer dran gehalten.
Dies fiel mir zuallererst ein, als mir heute wieder ein guter Geist eine Analyse der Blogzugriffe zukommen ließ.
Früher war ich mehr traurig verbissen, jetzt fühle ich mich fasziniert. Ob ich was schreibe und was ich schreibe, scheint völlig egal zu sein, auch wenn ich eben nichts schreibe, die Zugriffe sind immer etwa gleich und stetig, während die Seitenaufrufe eine geradezu beliebige Gunst für neuere oder uralte Einträge ausweisen. Rätselhaft.
Was interessiert die Leute nur? Wahrscheinlich eher nichts und sie folgen nur einer automatisierten Gewohnheit? Unglaublich, aber möglich.
Noch viel, viel rätselhafter ist für mich allerdings und deshalb faszinierend, die fehlende Kommentierung, sieht man weiland vom Gemüsemann ab. In Ermangelung vom echten Wissen kann ich frei über Gründe spekulieren – und jeder Grund ist so wahr wie ein anderer auch. Bin ich also so reich, über ganz viele Wahrheiten zu verfügen, auch wenn sie einander ausschließen.
Und es gibt eine Tatsache, die zusätzlich fasziniert und Daueranregung verschafft:
Was immer sich jemand selber als Begründung vorlegt, es ist schmeichelnder Selbstbetrug. Jede „Vernunft“ und „Plausibilität“ ist zumindest die Subjektivität in den Grenzen des eigenen Bauplans, im Regelkreis eigener „Verdrahtung“, womöglich aber auch bewusst betriebene Täuschung, um den Selbstwert wert zu halten.
Manchmal durchzuckt mich der Gedanke, Reaktionen zu provozieren… was ja ganz leicht wäre, wenn mir mein Selbstwert nicht auch was wert wäre….
Aber schreiben kann ich ja immerhin, was mir grad so durch die Birne zieht… wenn auch vom Anstand und mit Rücksicht auf empfindsame Gemüter etwas destilliert.
Jun 23
FranzSelbstbetrachtungen
sind eine Menge Geld. Oder eben auch nicht. Mag sein, für manch einen sind das nur wenige Prozente vom Jahresverdienst für viele andere jedoch ist das ein Vielfaches des Lebensbruttoeinkommens. Andererseits, jede Tankstelle ist teurer.
Aus welchem Beweggrund nun Großbank JP Morgan diese Summe gespendet hat, ist mir auch mal egal. Was mich freut, ist das wofür. Jugendprojekt
Vor Jahr und Tag hatte ich hier mal getitelt „Leipziger Theater“ (28.06.2010). Muß ich auch nicht wiederholen. Was ich aber begeisternd finde, ist die phönixgleiche Revitalisierung des Sinns von Theater. Landauf landab in den Bühnen und Fachgremien scheint man nicht vergessen zu haben, was Theater eigentlich ausmacht, vieles deutet darauf hin, sie haben es nie gewusst. (Ausnahmen gibt es natürlich). Jedenfalls ist die Anforderung an Unterhaltung und Kasse so groß, dass man zu glauben scheint, allein der Verzicht auf Kasse macht schon die verbliebene Unterhaltung zum Edeltheater und lässt man auch die Unterhaltung weg, wäre dies sogar zukunftsweisende Avantgarde.
Da begeistert es doch, wenn auf einer Nebenstrecke sich der originäre Sinn von Theater wieder in Erinnerung bringt. Oder wie ich es ja behaupte: Theater ist so existenziell, da braucht man keine Angst zu haben, nur Geduld. Theater wird es immer geben…
Und wenn ich schon mal dabei bin, gegen meinen erklärten Willen zu verstoßen, eben am Leben nicht mehr teilzunehmen, kann ich auch gleich auf den anderen Punkt zur Freude hinweisen.
Mehrfach hatte ich hier ja thematisiert, wie im und vom Schwarm Weltwahrnehmung gelenkt wird.
Als ich am 12.07.10 eingestand: mir fehlen die Worte entwickelte sich darob eine Diskussion.
Aus anderer Sicht und trotzdem wie eine Bestätigung bemerkte ich diesen Artikel, der die Absurdität und unsere damalige Ahnungslosigkeit fett unterstreicht:
hier
Mai 11
FranzAllgemein, Selbstbetrachtungen
Dann also die, die schon da ist.
Ich geh mal voraus…
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