Das war schon immer so! Aber heute muss sich der Staat bescheuert nennen lassen…

Der Reichtum einer Nation erwächst aus der harten Arbeit vieler fleißigen Hände und den genialen Ideen einiger Denker…!
Stimmt dies etwa nicht?
Das stimmte jedenfalls als unbegrenzte Ressourcen einer Bearbeitung und Veredelung harrten. Das Land wollte urbar gemacht werden und das Eisen geschmiedet. Man mußte nur die Ärmel hochkrempeln und den Ingenieursbleistift vom Ohr nehmen.

Aber mal ehrlich? Erwächst Reichtum wirklich aus Arbeit?
Ist derjenige nicht viel reicher zu nennen, der ohne Arbeit im hemmungslosen Verbrauch von Gütern schwelgen kann und dem es doch an nichts mangelt? Ganz ohne Arbeit?
Kann man den wirklich reich nennen, der zwar viel schafft und Ressourcen aufhaldet, darüber den Ertrag aber nicht nutzen kann? Ist das nicht eher eine ganz arme Socke?

Die asketische Tugend in herzkalten Gegenden ist nun mal die ehrliche Arbeit!
Und darauf stützt sich der Staat. Das Gemeinwesen muß finanziert werden und da kann man sich nicht auf Luftikusse und Lebenskünstler verlassen. Vom ertrag der Arbeit will der Staat seinen Anteil.
In Form von Steuern, Gebühren, Abgaben und Beiträgen.
Und der Staat ignoriert dabei gänzlich den Fortschritt, ist konservativ bis in die Knochen und vielleicht gar ein wenig rückwärts gewandt.

Lange ist es her, dass aus 16-Stunden-Tagen  solche von 12 oder 10 oder gar 6 geworden sind. Von den arbeitsfreien Tagen mal nicht gesprochen. Und dabei ist das Ergebnis dieser Arbeit um ein Vielfaches gestiegen. (Ergebnis als Ertrag und nicht  als Gewinn) Langsam ist die Arbeit knapp geworden. Millionen von Menschen sind auf der Suche nach Arbeit. Beschäftigung finden sie allemal, aber Arbeit als Mühe zum Broterwerb kaum noch. Jene, die solche noch haben, schaffen ausreichend für alle, ja mehr als Bedarf ist. Und jene, die solche Arbeit nicht mehr haben, fallen womöglich aus der Bedarfsmenge heraus, weil sie zwar noch die Bedürfnisse haben, aber nicht mehr die Geldmittel um diese Bedürfnisse zu befriedigen….
Und wenn es Arbeit und Aufgaben genug gibt, dann doch nicht solche, die man sich leisten könnte, auch zu bezahlen.

So ist es doch widersinnig, den Reichtum eines Staates auf  einen Erlösanteil  von bezahlter Arbeit zu stellen oder gar nur auf einen finanziellen Gewinn dieser Leistung abzustellen. Da der Kreis der infrage kommenden Personen immer kleiner wird, muß denen ein immer höherer Anteil abgeknöpft werden, was die dann stark ins Grübeln bringt.

Also sehen wir die Sache doch mal anders herum:
Wahrer Reichtum ist nicht allein der Besitz einer Sache, sondern deren Nutzung. Das würde auch viel besser zum Verbrauch und Aufbrauch von begrenzten Ressourcen passen. Wir wissen doch, außer der menschlichen Intelligenz wird so ziemlich alles durch Gebrauch auch verbraucht.

Sollen  sich doch der Staat und die Gesellschaft als Sachwalter begrenzten Potentials sehen. Sollen sie Arbeit, welche etwas schafft, frei stellen, unbelastet lassen und fördern statt zu schröpfen. Schaffen wir doch Einkommens- und Ertragssteuern ab.

Dann müßten allerdings der Unterhalt von Staat und Gesellschaft aus der Entnahme und aus dem Verbrauch von Ressourcen bestritten werden, sozusagen als Erstattung. Und einem Verbrauch kann sich niemand entziehen, weder der Nichtsnutz noch der Unfähige. Sie alle wollen leben, essen und sich vergnügen, wollen einen Anteil aus dem Bestand. Wer mehr verbraucht, trägt einen höheren Beitrag. Und natürlich auch für die Einschränkungen von Möglichkeiten müßte gezahlt werden. Wird eine realisiert, werden andere unmöglich gemacht.
Ein Baum z.B., der hält Boden und Luft zusammen, ist ein hübscher Anblick und hat viel Potential.
Ist er gefällt, sind immer noch Schrank, Säule oder Kunstwerk möglich. Sind aus dem Baum erst Bretter gesägt worden, wird wohl kaum noch eine tragende Säule möglich sein. Und ist aus dem Baum endgültig ein Tisch geworden, ist wohl das Potential erstickt und höchstens noch an eine spätere Entsorgung zu denken.
So gesehen, geht es nicht um die heute schon übliche Mehrwertsteuer, die davon ausgeht, dass etwas an Wert gewinnt, eine Verbrauchssteuer geht davon aus, dass ein Zustand sich wandelt.
Ein „gewachsener“ Wert müßte sich ja erst am Markt durch den Verkauf beweisen, er müßte sich durch den Käufer realisieren. Was ist aber, wenn das Projekt verpfuscht wurde, das Zeug nicht verkaufbar ist? Unverkäuflich schon, missraten auch – aber es wurden Ressourcen unwiederbringlich verbraucht!

Dann wäre der Staat auf der sicheren Seite, seine einnahmen gesichert, denn es ist wenig Befürchtung, dass ein Verbrauch gänzlich versiegt. Ja es gilt sogar, dass er proportional ansteigt, wenn Arbeit abnimmt, denn dann verfügen die Menschen über viel mehr selbst bestimmte Zeit und können die mit den aufregendsten Sachen verbringen…

Und damit dürfte auch klar sein, es ginge nicht um eine maßlose Erhöhung der heutigen Mehrwertsteuer  (wo der Mehr-Wert ja zweifelhaft ist, wie sich an wachsenden Müllbergen unschwer erkennen läßt) – es geht um eine Abschaffung der sogenannten „Vorsteuer“.

Das wäre der erste Schritt! Die Abschaffung der Vorsteuer.

Und dann kann man sich mit allen Bedenken und Lamentos beschäftigen…

-          Produkte und Dienstleistungen würden maßgeblich verteuert

-          Niemand könne die sich mehr leisten

-          Der Markt würde zusammenbrechen

-          Im Alleingang und globaler Wirtschaft nicht durchsetzbar

-          Usw.

Papperlapapp!

Wer führt hier denn wen am Gängelband?
Alle Personen und Fabrikationen würden die steuerliche Zusatzbelastung ja durch steuerliche Entlastung beim „Ertragszehnten“ kompensieren können und würden höchst sparsam mit den Ressourcen umgehen. Schlichter läßt sich doch Verschwendung nicht begegnen. Es steht doch sogar offen, dass diese Maßnahme einen ungeheuren Schub an Innovationen frei setzt.
Und menschliche Arbeit würde nicht nur nach heutigen Maßstäben billiger, weil steuerfrei, sondern vielleicht auch insgesamt bezahlbar (und käme öfter zum Einsatz). Aus den Einnahmen jener steuer wäre vielleicht viel einfacher Wissen und Bildung zu finanzieren oder helfen, jenen Berg unbezahlbarer Arbeit  abzutragen, der scheinbar ertragsfrei ist: Sozialfürsorge, Pflegedienste, Menschlichkeit.
Man würde viel sorgfältiger Produkte und Dienstleistungen planen, der Nachhaltigkeit und Garantie den Rücken stärken, den Nutzwert auf den Sockel heben.

Nein es würde auch keinen sinkenden Verbrauch geben, der die Einnahmen des Staates gefährdet. Und wenn eben doch, dann wären die Aufwendungen, jenen Verbrauch zu regeln, ganz analog geringer. Auch nicht schlecht! Durch geringeren Verbrauch, würde nicht nur der Wertbestand erhalten, sondern sogar aufgewertet.
Die Unsinnigkeit von Reimporten, wonach im Inland produzierte Waren im Ausland erworben werden, weil sie dort einfach billiger zu haben sind… und all die Verbotsregelungen dazu, wären hinfällig.

Und wie sollen die Menschen das bezahlen? Und gar solche, die über kein Einkommen verfügen und sowieso schon am unfinanzierbaren sozialen Tropf hängen?

Nun, geht man vom heutigen Verbrauchsvolumen aus (worinnen jene ja schon eingeflossen sind), kann die Steuerbemessung jene Alimentierung auch mit einberechnen. Andererseits wird Arbeit und Ertragsstreben so verbilligt, dass Arbeit wirklich wieder lohnt und somit auch verlohnt werden kann.
Es gäbe keine „Steuerstrafe“ für Beschäftigung mehr.

Darüber kann man nachdenken, wenn erst einmal Bereitschaft besteht, diese „Absurdität“ überhaupt zu überdenken und sich zumindest vorläufig und theoretisch darauf einzulassen. Die absehbare Endlichkeit, bis dieser Punkt erreicht ist, liegt auf der Hand.
Nicht nur, dass unsere endlichen natürlichen Ressourcen sich durch Verknappung selbst verteuern und entschwinden, so ist auch klar, dass die heute allfällige „Verbilligung“ der menschlichen Arbeit, die mit dem Ziel der Gewinnmaximierung betrieben wird, sich durch die stärkere Besteuerung der realisierten Gewinne und der ausgebliebenen Gewinne durch schwindende Kaufkraft sich einem toten Punkt nähert. Dann vollzieht sich der Paradigmenwandel sowieso. Warum wollen wir dem Unausweichlichen fliehen, wenn wir es doch gestalten könnten?

Soll die nächste Generation machen! Wir haben uns an unseren Weg gewöhnt!

Stimmts?

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